Ernährungsstörung hausgemacht

Kasuistik Autor: Elke Burghard

Kein Wunder, dass das Baby diese klumpige Masse nicht trinken will (Agenturfoto). Rechts: Elke Burghard, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Neumünster. © iStock/romrodinka; privat

Dieser Fall zeigt, dass die Verweigerung von Essen bei einem Säugling nicht gleich krankhaft sein muss, sondern auch ganz leicht zu behebende Gründe haben kann.

Ärztlicher Notdienst: Ein brüllendes Baby, gestern aus der Kinderklinik entlassen mit der Diagnose „Ernährungsstörung“. So wird es mir auf Deutsch-Türkisch erklärt. Ich lasse mir die Babynahrung zeigen: alles in Ordnung. Einer plötzlichen Idee folgend bitte ich die aufgeregte Mutti, mir zu zeigen, wie sie die Fertignahrung zubereitet. Sie kippt etwas Pulver ins Fläschchen, gibt kaltes Leitungswasser dazu, schüttelt kräftig und bietet das klumpige Gebräu dem Baby an. Das Baby brüllt – ich nicht: Die Diagnose ist leicht gestellt, das sprachliche Missverständnis geklärt. Der Einsatz hat sich gelohnt.