Anzeige

NASH-Leberkrebs Finger weg vom PD1-Inhibitor

Autor: Mascha Pömmerl

Erkrankte mit durch eine nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH) ausgelöstem HCC haben keinen Vorteil durch Checkpoint-Hemmer – im Gegenteil. Erkrankte mit durch eine nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH) ausgelöstem HCC haben keinen Vorteil durch Checkpoint-Hemmer – im Gegenteil. © iStock/magicmine
Anzeige

In einigen Fällen sprechen hepatozelluläre Karzinome gut auf Checkpoint-Hemmer an. Sind sie durch eine NASH bedingt, bringen die Präparate jedoch keinen Vorteil mit sich.

Etwa ein Viertel aller Patienten mit hepatozellulärem Karzinom (HCC) profitiert von Checkpoint-Inhibitoren. Bislang fehlten allerdings prädiktive Biomarker für das Ansprechen auf die Immuntherapie. Wissenschaftler um Dominik Pfister vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg konnten nun zeigen, dass Erkrankte mit durch eine nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH) ausgelöstem HCC keinen Vorteil durch Checkpoint-Hemmer haben – ganz im Gegenteil.

Für ihre Studie fütterten die Forscher Mäuse mit einer fettreichen Diät. Diese entwickelten daraufhin eine Fettleber und litten in der Folge an einer NASH. In den Lebern der Tiere fand sich eine außergewöhnlich hohe Anzahl an CD8+ und PD1+ T-Zellen. Doch diese schützten nicht vor der Progression zu einem HCC, sondern schienen die inflammatorischen Gewebeschäden zu verschlimmern und die Krebsentstehung zu fördern.

Wurden NASH-Mäuse, die an Lebertumoren litten, mit einem PD1-Inhibitor behandelt, so stieg die Zahl der T-Zellen weiter an. Die Schäden im Organ verschlimmerten sich und es traten mehr Krebsherde auf. Bei Tieren ohne NASH, die eine Immuntherapie erhielten, wurde das HCC hingegen erfolgreich zurückgedrängt, beschreiben die Autoren.

In einer nachfolgenden Metaanalyse von drei Phase-3-Studien mit rund 2000 Patienten bestätigten sich diese Ergebnisse: Personen mit auf einer NASH beruhendem HCC sprachen schlechter auf die Checkpoint-Inhibitoren an. Sie lebten zudem im Vergleich zu Betroffenen mit virusinduzierten Lebertumoren deutlich kürzer.

Gefahr besonders für übergewichtige Personen

Mit der NASH-bedingten Entstehung von HCC identifizierten die Forscher nun einen Biomarker für das Ansprechen auf eine Immuntherapie. Viele Krebspatienten sind übergewichtig – das erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass eine entzündliche Fettlebererkrankung vorliegt, so die Autoren. Daher sei es wichtig, die Organfunktion von Personen unter Checkpoint-Inhibitoren im Auge zu behalten.

Quellen:
Pressemitteilung Deutsches Krebsforschungszentrum
Pfister D et al. Nature 2021; 592: 450-456; DOI: 10.1038/s41586-021-03362-0

Anzeige