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Fragwürdige Vorbilder: Junge Väter sind schlecht geimpft

Autor: Michael Brendler

Soziale Erwünschtheit: Viele junge Väter geben an, Impfungen zu befürworten, achten aber nicht auf den eigenen Impfstatus. (Agenturfoto) Soziale Erwünschtheit: Viele junge Väter geben an, Impfungen zu befürworten, achten aber nicht auf den eigenen Impfstatus. (Agenturfoto) © iStock/anchiy
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Manchmal muss der Staat beim Impfen ein wenig nachhelfen. In der Schweiz zum Beispiel verfolgt man die „Cocooning-Strategie“, nach der alle Erwachsenen, die regelmäßig mit Säuglingen zu tun haben, ihren Pertussisschutz auffrischen sollen.

Diese Empfehlung von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen soll dazu beitragen, die Kleinen indirekt vor Keuchhusten zu schützen. Ob sich junge Väter daran halten, untersuchten nun Kinderärzte vom Universitätsspital Basel.

Dazu hatten sie Väter von 199 Neugeborenen aus dem Krankenhaus angesprochen. 39 der im Schnitt 35-Jährigen waren bereit, den Fragebogen der Kollegen zu beantworten. Dabei heraus kam, dass lediglich 56 % der Befragten die Empfehlung aus medizinischen Fachkreisen gehört hatten. Falls doch, waren es nur zwei von drei, die man auch überzeugen konnte, die Boosterimpfung durchführen zu lassen.

Obwohl zwei Drittel der Teilnehmer eine allgemein positive Einstellung gegenüber Impfungen angaben, waren nur 38 % bereit, sich bezüglich ihres eigenen Impfstatus beraten zu lassen. Nicht einmal jeder Sechste hatte zuvor bereits alle empfohlenen Immunisierungen erhalten.

Auch unter Ärzten gibt es viele Impfmuffel

Ein schlechtes Licht wirft die Umfrage der Basler Forscher auch auf einige Kollegen: Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, ihr Impfstatus sei von keinem Arzt in den letzten fünf Jahren überprüft worden. Ein Vergleich mit anderen Studien zum Thema zeige, dass im Hinblick auf die Cocooning-Strategie in den vergangenen Jahren keine Fortschritte gemacht wurden.

Quelle: Erb M et al. Swiss Med Wkly 2020; 150: w20289; DOI: 10.4414/smw.2020.20289

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