Fruktose aus Früchten bessert Blutzucker und Insulinkontrolle

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Obst und Saft sind durchaus erlaubt. © iStock.com/amriphoto

Eine Übersichtsarbeit bestätigt die derzeitigen Ernährungsempfehlungen für Diabetiker: So wenig raffinierter Zucker und freier Fruchtzucker wie möglich, Obst ist erlaubt.

Fruktose, einst hochgelobter Glukose-Ersatz für Diabetiker, gilt heute eher als Metabolismus schädigender Bösewicht mit diabetesförderndem Potenzial. Ausschlaggebend für die schlechte Bewertung waren Studien, in denen der Fruchtzucker vor allem in ungebundener Form als Monosaccharid konsumiert wurde, was im echten Leben kaum der Fall ist. Daher richten sich die Ernährungstipps heutzutage eher nach Nahrungsquellen und Ernährungsmustern als nach einzelnen Inhaltsstoffen.

Ein systematisches Review mit Metaanalyse von insgesamt 155 Studien mit 5086 Probanden bestätigt diese eher ganzheitliche Herangehensweise erneut. Vier Studienvarianten gab es darin: Vergleich von Zuckern mit anderen Kohlenhydraten (Substitution), Beigabe von Zuckern (Addition), Entzug von Zuckern (Subtraktion) oder freier Ersatz von Zuckern ohne Energiekontrolle (ad libitum).

Fruktosehaltige Zucker hatten in Substitutions- und Subtraktionstestungen keinen negativen Einfluss auf die glykämische Kontrolle, in den Vergleichen zeigte sich darunter sogar ein Abfall des HbA1c. Unter Addition oder Ad-libitum-Genuss fanden sich Verschlechterungen im Nüchterninsulin. Als bedeutsam erwies sich die Quelle: Fruktosehaltige Säfte und Obst besserten Blutglukose und Insulinkontrolle, solange sie nicht mit einer übermäßigen Kalorienzufuhr einhergingen. In hyperkalorischen Additionsstudien dagegen belasteten mit fruktosehaltigen Zuckern gesüßte Getränke den Glukosehaushalt.

Raffinierten Zucker durch Fruchtsaft ersetzen

Die Studien waren allerdings methodisch sehr heterogen, sodass die Aussagekraft nicht sehr hoch ist. Dennoch kann in der Patientenberatung z.B. bei Diabetes weiterhin guten Gewissens empfohlen werden, raffinierten Zucker durch Früchte, Obstsaft und nicht zu stark verarbeitete Getreideprodukte zu ersetzen. Bessere Studien, auch zu Langzeiteffekten, wären aber wünschenswert, so die Autoren.

Quelle: Choo VL et al. BMJ 2018; 363: k4644