Ganglionexstirpation: Ätherisches Öl für die Wundbehandlung

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Eine Aromatherapie fördert die Wundheilung. © iStock/Yue_

Nach Ganglionexstirpation würde wohl kaum jemand an ätherische Öle zur Nachbehandlung denken. Tatsächlich helfen sie aber bei der Wundheilung.

Aromatherapeutische Wundbehandlung wird bei uns eher belächelt, während andere Länder sie regelrecht empfehlen, heißt es in einem Poster von Dr. Wolfgang Steflitsch, Lungenfachärztliche Gruppenpraxis Wien, und Professor Dr. Jürgen Reichling, Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg.

Kompresse u.a. mit Lavendel, Oregano und Macadamia

Bei Ratten mit diabetischem Fußulkus verbesserten ätherische Öle die Heilung deutlich. Und in einer klinischen Vergleichsstudie an 103 Patienten mit infizierten und schlecht heilenden Wunden zeigte eine Mischung aus Pfefferminze, Cajeput, Eukalyptus u.a. eine signifikante Überlegenheit gegenüber der Standardtherapie.

Auch an ganz anderer Stelle wendete Dr. Steflitsch die Aromen an, wie er in einem weiteren Poster berichtete. Nach Exstirpation eines tischtennisballgroßen Ganglions über dem Außenknöchel erfolgte die Wundreinigung mit alkoholfreiem Lavendelhydrolat. Auf die Verbandskompressen kamen je 5 ml einer Rezeptur aus Cistrose, Immortelle, Lavendel, Lorbeer und Oregano in Macadamianuss- und Jojobaöl.

Bei der Auswahl der Substanzen ist darauf zu achten, dass sie eine mikrobielle Kontamination verhindern, Entzündungen hemmen, Koagulation und Granulation fördern, die Mikro- und Makrozirkulation im betroffenen Bereich bessern sowie Schmerzen lindern. Außerdem sollten sie dazu beitragen, die Narbenbildung zu bremsen und eine Keloidbildung zu vermeiden, so der Rat von Dr. Steflitsch.

Quelle: 1. Nürnberger Wundkongress