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Gehirnerschütterung: Biomarker zeigen Erholungszeit an

Autor: Dr. Judith Lorenz

Eine zu frühe Wiederaufnahme des Sports gefährde die kurz- und langfristige Gesundheit der Athleten, schließen die Forscher. Eine zu frühe Wiederaufnahme des Sports gefährde die kurz- und langfristige Gesundheit der Athleten, schließen die Forscher. © iStock/KatarzynaBialasiewicz
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Wer eine Kontaktsportart betreibt, muss früher oder später damit rechnen, eine Kopfverletzung zu erleiden. Um Sportler nicht zu früh zurück aufs Feld zu schicken, kann eine Blutuntersuchung bei der Prognose helfen.

Nach einer Gehirnerschütterung ist eine Sportpause bis zur vollständigen klinischen und neurobiologischen Erholung ratsam. Bei der Entscheidung, wann ein Athlet in den Sport zurückkehren darf, hilft möglicherweise eine Blutuntersuchung.

Forscher aus den USA hatten Daten von 127 Collegesportlern im mittleren Alter von 19 Jahren analysiert. Diese spielten z.B. American Football, Lacrosse, Eishockey oder Rugby und waren vor einer Saison sowie nach einer Gehirnerschütterung (durch den Sport) klinisch und laborchemisch untersucht worden. Drei Indikatoren für die Verletzungsschwere bzw. die neuronale Erholung interessierten besonders: Tau-Protein, Nf-L(neurofilament light chain)-Protein sowie das von Astrozyten freigesetzte saure Gliafaserprotein GFAP (glial fibrillary acid protein) im Plasma.

Die Zeit bis zum Comeback korrelierte signifikant mit den Biomarkern. Höhere Konzentrationen des Tau-Proteins 24–48 Stunden nach dem leichten Schädeltrauma sowie zum Zeitpunkt des Abklingens der Symptome gingen mit einer protrahierten Rekonvaleszenz (14 Tage oder mehr) einher.

Mit dem Comeback besser warten

Gleiches galt für niedrige AGFA-Werte in der akuten Verletzungsphase (innerhalb der ersten 21 Stunden nach der Commotio). Eine zu frühe Wiederaufnahme des Sports gefährde die kurz- und langfristige Gesundheit der Athleten, schließen die Forscher.

Quelle: Pattinson CL et al. JAMA Netw Open 2020; 3: e2013191; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2020.13191


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