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Gendergap bei der Behandlung des Herzinfarkts

Autor: Dr. Daniela Erhard

Beim Herzinfarkt einer Frau geht man anders an die Sache heran. Beim Herzinfarkt einer Frau geht man anders an die Sache heran. © iStock/PixelsEffect
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Frauen, die in jüngeren Jahren einen Myokardinfarkt erleiden, werden anders behandelt als Männer. Das schlägt sich in der Mortalität nieder.

Bei einem Herzinfarkt vor dem 50. Geburtstag haben Frauen offenbar schlechtere Karten: Sie werden nur zu 94 % bzw. 82 % – und damit seltener als Männer – angiographiert und revaskularisiert, erhalten bei Entlassung seltener ASS, ACE-Hemmer, Beta-Blocker oder Statine und haben ein um fast zwei Drittel höheres Risiko, in den Folgejahren zu sterben. Das zeigen Daten von rund 400 Frauen und 1700 Männern, die erstmals wegen eines Typ-1-­Myokardinfarkts in die Klinik mussten. Speziell die kardiovaskuläre Mortalität unterschied sich aber nicht.

Ähnliche Symptome, aber andere Auslöser

Erklären können die Autoren das bislang nicht. Möglicherweise spielt es eine Rolle, dass Frauen häufiger einen Nicht-ST-Hebungsinfarkt erlitten und bei ihnen seltener eine Arteriosklerose als vielmehr spontane Dissektionen die Ursache waren. Traten aber Ob­struktionen auf, dann meist nur in einem Gefäß und in wenigen Segmenten. Zudem waren Dia­betes und rheumatische Erkrankungen unter den Frauen verbreiteter. Die Symptome hingegen ähnelten sich: Neun von zehn hatten Brustschmerzen – wenn auch bei Frauen öfter begleitet von Dyspnoe, Palpitationen und Fatigue.

Quelle: DeFilippis EM et al. Eur Heart J 2020; DOI: 10.1093/eurheartj/ehaa662


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