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Geschlechtsunterschiede beim Myokardinfarkt abhängig vom Alter

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Ein schlechtes Behandlungsergebnis wurde vor allem bei jüngeren Frauen mit Myokardinfarkt gesehen. Ein schlechtes Behandlungsergebnis wurde vor allem bei jüngeren Frauen mit Myokardinfarkt gesehen. © iStock/libre de droit
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Im Hinblick auf die Inzidenz, das Management und die Prognose des Myokardinfarkts gibt es Geschlechterunterschiede. Diese werden wohl stark durch das Alter beeinflusst.

Herzinfarkte verlaufen bei Männern und Frauen verschieden und führen deshalb auch zu einer manchmal schlechteren Versorgung von Frauen in der Klinik. Dr. Mohamad Alkhouli von der Mayo Clinic in Rochester und Kollegen erklären nun, dass die beschriebenen Unterschiede zu einem nicht unerheblichen Teil mit dem Alter zusammenhängen.

Die Wissenschaftler sichteten die Daten von 6 720 639 Patienten, die in den Jahren 2003–2015 mit den Diagnosen ST-Hebungsinfarkt (20,2 %) und Nicht-ST-Hebungsinfarkt (79,8 %) in den USA stationär behandelt worden waren. Behandlungsprozeduren und Outcome wurden getrennt in den vier Altersgruppen < 45, 45–64, 65–84 und ≥ 85 Jahre ausgewertet.

Insgesamt waren die Inzidenzraten der Hospitalisierungen über alle Altersgruppen hinweg bei Frauen niedriger als bei Männern. Eingriffe wie Koronarangiographien oder Revaskularisierungen wurden bei Frauen seltener vorgenommen. Die Sterbewahrscheinlichkeit von Frauen im Vergleich zu Männern veränderte sich jedoch mit dem Alter und lag im Vergleich zu Männern in derselben Altersgruppe beim ­NSTEMI zunächst höher und dann niedriger (Odds Ratios in den vier Altersgruppen 1,08, 1,05, 0,92 und 0,86). 

Schlechtes Therapieergebnis vor allem bei jüngeren Frauen

Beim ST-Hebungsinfarkt war die Sterbewahrscheinlichkeit für Frauen insgesamt meist höher (Odds Ratios 1,15, 1,22, 1,09 und 0,97). Bei Gefäßkomplikationen, schweren Blutungen und tödlichen Ausgängen spielte das Alter der Frauen eine wichtige Rolle: Ein schlechtes Therapieergebnis wurde vor allem bei jüngeren Frauen gesehen, in höherem Alter gingen diese Komplikationen zurück.

Quelle: Alkhouli M et al. Mayo Clin Proc 2021; 96: 332-341; DOI: 10.1016/j.mayocp.2020.04.048

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