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Irreguläre Menstruationszyklen erhöhen Sterberisiko

Autor: Dr. Judith Lorenz

Das Zyklusgeschehen stellt über den gesamten Verlauf der reproduktiven Phase einer Frau einen unabhängigen Indikator für ihren individuellen Gesundheitsstatus dar. Das Zyklusgeschehen stellt über den gesamten Verlauf der reproduktiven Phase einer Frau einen unabhängigen Indikator für ihren individuellen Gesundheitsstatus dar. © iStock/Thomas Faull
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Ob zu selten, zu häufig oder ganz und gar unregelmäßig: Menstruationsstörungen verkürzen das Leben von Frauen.

Unregelmäßige und verlängerte Menstruationszyklen gehen Studien zufolge u.a. mit einem erhöhten Risiko für Ovarialkarzinome, eine KHK oder einen Typ-2-Diabetes einher. Auch das Risiko, frühzeitig zu versterben, nimmt offenbar deutlich zu, wie Forscher nun herausfanden. Sie werteten die Daten von 79 505 prämenopausalen Frauen aus, die weder an kardiovaskulären Vorerkrankungen noch an einem Diabetes oder einer Krebserkrankung litten. Alle machten Angaben zu ihrem Menstruationszyklus im Alter von 14–17, 18–22 sowie 29–46 Jahren. Als regelmäßiges bzw. sehr regelmäßiges Zyklusgeschehen definierten die Wissenschaftler eine Varianz der Periode zwischen fünf und sieben bzw. zwischen drei und vier Tagen.

Während der 24-jährigen Nachbeobachtungszeit verstarben 1975 Teilnehmerinnen vor dem Alter von 70 Jahren. Frauen, die in den drei untersuchten Zeitabschnitten immer unregelmäßige Zyklen oder gar keine Regelblutung gehabt hatten, wiesen ein um 18 %, 37 % bzw. 39 % höheres prämatures Sterberisiko auf.

Unregelmäßigkeiten wirken sich kardiovaskulär aus

Auch eine Verlängerung des Zyklus auf 40 oder mehr Tage im Alter zwischen 18 und 22 bzw. zwischen 29 und 46 Jahren ging im Vergleich zu Zykluslängen zwischen 26 und 31 Tagen mit einer Mortalitätszunahme um 34 bzw. 40 % einher. Der Mortalitätsanstieg infolge unregelmäßiger und verlängerter Zyklen war hauptsächlich auf kardiovaskuläre Erkrankungen zurückzuführen.

Das Zyklusgeschehen stellt über den gesamten Verlauf der reproduktiven Phase einer Frau einen unabhängigen Indikator für ihren individuellen Gesundheitsstatus dar, meinen die Wissenschaftler. Dies müsse bei der primärärztlichen Betreuung berücksichtigt werden.

Quelle: Wang YX et al. BMJ 2020; 371: m3464; DOI: 10.1136/bmj.m3464

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