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Kinder von Diabetikerinnen sind häufiger herz- und gefäßkrank

Autor: Dr. Judith Lorenz

Bei schwangeren Diabetikerinnen ist es besonders wichtig, auch auf die Gesundheit des Kindes zu schauen. Bei schwangeren Diabetikerinnen ist es besonders wichtig, auch auf die Gesundheit des Kindes zu schauen. © iStock/Korneeva_Kristina
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Eine Zuckerstoffwechselstörung während der Schwangerschaft gefährdet nicht nur die zukünftige Gesundheit der Mutter. Die Ergebnisse einer dänischen Bevölkerungsstudie deuten auf ein frühzeitig erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko der Kinder hin.

Sowohl die Prävalenz des Diabetes allgemein als auch die Prävalenz kardiovaskulärer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen nehmen zu. Angesichts dessen stellt sich die Frage, ob ein Zusammenhang zwischen einer diabetischen Stoffwechsellage während der Schwangerschaft und einer späteren kardiovaskulären Erkrankung des Kindes besteht, schreiben dänische Forscher.

Nach Analyse der Daten von mehr als 2,4 Millionen Kindern, die in Dänemark zwischen 1977 und 2016 auf die Welt kamen und bis zu 40 Jahre nachbeobachtet wurden, fühlen sie sich in ihrem Verdacht bestätigt. Das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen im Kindes- und frühen Erwachsenenalter nahm unabhängig vom Diabetestyp um 29 % zu.

Mehr Lungenembolien und Bluthochdruck

Das Risiko für hypertensive Erkrankungen steigt im Vergleich zu Kindern zuckergesunder Mütter um 78 %, für tiefe Venenthrombosen um 82 % und für Lungenembolien um 91 %. Am stärksten gefährdet ist offenbar der Nachwuchs von Müttern, die selbst an Diabeteskomplikationen oder gleichzeitigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Sollte sich eine Kausalität bestätigen, müssen Kinder diabetischer Mütter sorgfältiger überwacht werden, so das Fazit der Experten. Gleichzeitig sind aufseiten der Mütter effektivere Präventions-, Screening- und Therapiemaßnahmen wichtig.

Quelle: Yu Y et al. BMJ 2019; 367: l6398. DOI: 10.1136/bmj.l6398

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