Komische Knack-Geräusche im Kehlkopf

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Betroffene klagen überwiegend über Pharynxschmerzen und Fremdkörpergefühl. © Fotolia/underdogstudios

Kennen Sie Patienten, die ein Knacken in der Kehle beim Kopf-Drehen oder beim Schlucken haben? Möglicherweise ist es ein „Clicking-Larynx-Syndrom“.

Provozierbare Knackgeräusche im Kehlkopf beim Clicking-Larynx-Syndrom (CLS) lassen sich z.B. durch Druck auf den Kehlkopf von außen, Schlucken oder durch eine Veränderung der Kopf- oder Halsposition erzeugen. Abzugrenzen ist das CLS u.a. von myogenen Knack- und Klickgeräuschen, die bei pathologischen Muskelaktivitäten im Kehlkopfbereich – beispielsweise auch im Rahmen einer Parkinson-Erkrankung – auftreten.

Patienten vor unnötigen Operationen bewahren!

Stellen sich Patienten mit Larynx-Knacken in der Praxis vor, wirken sie meist beunruhigt, bei begleitenden Schmerzen besteht eventuell sogar hoher Leidensdruck. Vermutlich ist den meisten schon damit geholfen, dass der Arzt das Syndrom kennt und dessen Harmlosigkeit erklärt. Die Geräusche entstehen, wenn knorpelige oder verknöcherte Strukturen des Kehlkopfes, des Zungenbeins bzw. der Wirbelkörper aneinander reiben. Die selten auftretenden Schmerzen entstehen vermutlich durch eine Nervenreizung.

Eventuell verschwindet das Phänomen nach einiger Zeit von selbst. Allerdings gibt es keine gesicherte nicht invasive Therapie, die man den Patienten anbieten könnte. In der Literatur finden sich lediglich Hinweise auf Resektionen der die Geräusche verursachenden Strukturen. Solche Eingriffe sollten aber nur bei begleitenden Schmerzen in Erwägung gezogen werden. Ansons­ten rät man aufgrund der blanden Symptomatik eher zu Aufklärung und abwartendem Verhalten.

CT und MRT können andere Ursachen entlarven

Möglicherweise wurde die Besserung durch Operation allein durch die muskelrelaxierende Narkose und/oder die Manipulation in dem betroffenen Gebiet verursacht – so die kritische Anmerkung von Dr. Michael Jungheim von der Klinik und Poliklinik für Phoniatrie und Pädaudiologie der Medizinischen Hochschule Hannover.

Gibt sich der Patient mit dem Hinweis auf die Gutartigkeit seiner Symptome nicht zufrieden, erfolgt eine differenzierte Diagnostik, wie die Kollegen anhand einer Kasuistik darlegen. Anamnestisch forscht man nach Kehlkopftraumata oder anderen Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich.

Radiologisch und kieferorthopädisch sollten Kiefergelenkarthropathien, per Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) andere Schmerz­ursachen in diesem Bereich ausgeschlossen werden. Differenzialdiagnostisch ist auch an Blockierungen der Halswirbelsäule, muskuläre Verspannungen und das Eagle-Syndrom zu denken.

Beim sehr seltenen Eagle-Syndrom ist der Proc. styloideus verlängert oder das Lig. stylohyoideum ossifiziert. Betroffene klagen überwiegend über Pharynxschmerzen und Fremdkörpergefühl.
Quelle: Michael Jungheim et al., HNO 2013; 61: 965–969