Krebsprävention: Nach dem Abendessen noch wach bleiben

Autor: Maria Weiß

Schnell was essen und dann gleich ins Bett? Keine gute Idee, wenn man krebsfrei bleiben will. Schnell was essen und dann gleich ins Bett? Keine gute Idee, wenn man krebsfrei bleiben will. © iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Vom Esstisch aufstehen und kurz darauf ins Bett fallen – keine gute Idee, wenn es nach einer spanischen Studie geht. Menschen, die so ihren Abend gestalten, haben ein höheres Risiko für Brust- und Prostatakrebs.

Um halb neun gibt‘s Frühstück, um 14:00 Uhr Mittag und das Abendessen folgt etwa sieben Stunden später. So sah im Mittel der Tagesablauf der Befragten einer spanischen Studie aus. Etwa 1800 Patienten mit Prostata- oder Mammakarzinom und 2200 Männer und Frauen ohne Krebsleiden nahmen teil. Die Forscher erfassten Essens- bzw. Schlafenszeiten, Chronotyp sowie Ernährungsverhalten und fanden letztlich einen Zusammenhang dieser Parameter mit dem Malignomrisiko.

Vergingen zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen mindestens zwei Stunden, lag das generelle Risiko für beide Krebsarten um 20 % unter dem von Menschen, die nach dem Essen sofort ins Bett fielen (Prostata-Ca. -26 %, Mamma-Ca. -16 %). Einen ähnlichen Vorteil hatten Personen, die vor 21 Uhr dinierten gegenüber denen mit einer Abendbrotzeit nach 22 Uhr.

Am deutlichsten fiel der Effekt zum einen bei den sogenannten „Lerchen“, also Morgenmenschen, aus (-34 %). Zum anderen profitierten diejenigen, die generellen Empfehlungen zur Krebsprävention folgten (-35 %). Die Autoren sehen in den Ergebnissen einen Grund, bei zukünftigen Studien zum Zusammenhang von Krebs und Ernährung die Essenszeiten von Personen stärker zu berücksichtigen.

Quelle: Kogevinas M et al. IJC 2018; online first