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Krebsrisiko steigt mit Anzahl der Sexpartner

Autor: Tobias Stolzenberg

Die Zahl der Sexualpartner könnte relevant sein, um Risikopatienten zu identifizieren. Die Zahl der Sexualpartner könnte relevant sein, um Risikopatienten zu identifizieren. © Delphotostock – stock.adobe.com
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Wer häufig den Sexualpartner wechselt, muss mit einem erhöhten Krebsrisiko in der zweiten Lebenshälfte rechnen. Die Zahl der Intimpartner könnte also dabei helfen, Risikopersonen zu identifizieren.

Mit der Zahl der Sexualpartner steigt das Risiko, später im Leben an Krebs zu erkranken. Das fanden Wissenschaftler bei der Auswertung eines Datensatzes heraus, für den 5722 Engländer jenseits des 50. Lebensjahrs Auskunft u. a. zu ihrem Sexleben gaben, Krebserkrankungen und anderen chronischen Leiden gaben. Im Durchschnitt waren die Teilnehmer 64 Jahre alt, drei Viertel von ihnen verheiratet.

Verglich man die Anzahl der Sexualparter, hatten Frauen mit mehr als zehn eine um 91 % erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Tumorerkrankung als solche mit nicht mehr als einem. Bei Männern erhöhte sich bereits ab zwei Partnern das Risiko um 57 %, stieg die Anzahl auf über zehn, lag es um 69 % höher als bei denjenigen, die mit maximal einer Person geschlafen hatten. Insgesamt wiesen Jüngere mehr Sexualkontakte auf als Ältere. Ähnliches galt, wenn die Befragten reich bzw. arm waren. Wer oft den Partner wechselte, rauchte und trank eher, war Single bzw. unverheiratet.

Auch wenn es sich um eine Beobachtungsstudie handelt und die Tumorart nicht erfasst wurde, spekulieren die Autoren doch über einen kausalen Zusammenhang: Das höhere Risiko sei eventuell auf sexuell übertragbare Krankheiten zurückzuführen. Die Zahl der Sexualpartner könnte daher relevant sein, um Risikopatienten zu identifizieren.

Quelle: Grabovac I et al. BMJ Sex Reprod Health 2020; pii: bmjsrh-2019-200352; DOI: 10.1136/bmjsrh-2019-200352


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