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Diagnose Malaria unters Mikroskop

Autor: Prof. Dr. Lutz Heinemann

Ist zunächst unklar, welcher Erreger die Malaria verursacht, rät der Experte zu einer Behandlung auf Malaria tropica. Ist zunächst unklar, welcher Erreger die Malaria verursacht, rät der Experte zu einer Behandlung auf Malaria tropica. © iStock/panom
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Ein Patient mit Fieber und geringer Thrombozytenzahl kommt gerade erst von einer Reise aus Westafrika zurück. Malaria liegt nahe. Aber wie ist man sich seiner Diagnose sicher?

Bei der Malariadiagnostik bleibt die mikro- skopische Auswertung von Blutausstrichen nach wie vor der Goldstandard. Dies berichtet Dr. Dr. Carsten Köhler vom Universitätsklinikum Tübingen und erklärt, dass die verfügbaren Antigentests oft fehlerhafte Ergebnisse liefern.

Jährlich verzeichnet das RKI mehrere hundert Malariafälle in Deutschland. 2019 waren es 999, 2020 wurden 366 Fälle gemeldet, und 553 im Jahr 2021. Mit 94 % kommt die größte Anzahl der importierten Malariafälle aus Afrika, berichtete der Referent.

Jeder Fünfte trotz Prophylaxe infiziert

Fieber oder ein schweres Krankheitsbild mit passenden Laborveränderungen (Nierenversagen, Thrombozytopenie, Hämolyse) nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet lenken den Verdacht auf eine Malaria. Dann sollte darauf getestet werden. Denn etwa 18 % der Malariapatienten in 2018 gaben an, medikamentöse Vorkehrungen getroffen zu haben.

Bei der Abklärung kann der Mediziner einen dicken Tropfen und Ausstrich unter dem Mikroskop auf den Erreger untersuchen. Weniger Erfahrene senden EDTA-Blut bei einem geeigneten Labor ein. Zusätzlich ist ein Antigen-Schnelltest möglich. Allerdings fallen diese oft falsch-negativ aus. Gründe dafür sind:

  • Infektionen mit anderen Plasmodienarten
  • frühes Infektionsstadium
  • zu niedrige oder hohe Erregerkonzentration

Ist zunächst unklar, welcher Erreger die Malaria verursacht, rät der Experte zu einer Behandlung auf Malaria tropica.

Quelle: 23. Forum Reisen und Gesundheit

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