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Lungentransplantation Mit der Stimmung sinkt die Lebenserwartung

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Bei einigen Patienten verschlimmern sich die Beschwerden und gehen dann schon bei relativ geringen psychischen Beeinträchtigungen mit erhöhter Mortalität einher. Bei einigen Patienten verschlimmern sich die Beschwerden und gehen dann schon bei relativ geringen psychischen Beeinträchtigungen mit erhöhter Mortalität einher. © iStock/Phira Phonruewiangphing
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Der Erfolg einer Organtransplantation hängt maßgeblich von der psychischen Verfassung des Patienten und dessen Adhärenz zur immunsuppressiven Therapie ab, zeigt eine Studie mit Lungentransplantierten.

Nach einer Lungentransplantation bilden sich vorbestehende depressive Symptome in der Regel zurück. Bei einigen Patienten aber ist das Gegenteil der Fall: Die Beschwerden verschlimmern sich und gehen dann schon bei relativ geringen psychischen Beeinträchtigungen mit erhöhter Mortalität einher. Zudem muss man in dieser Situation mit einer nachlassenden Lungenfunktion rechnen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine US-Studie mit 266 Transplantatempfängern nach einer dreijährigen Beobachtungszeit. Eine Verschlechterung in der geriatrischen Depressionsskala (GDS) um mindestens zwei von 15 Punkten war mit einem Anstieg der Todesrate um 25 % verbunden. Bei einem Teil der Betroffenen ging die Depression einer chronischen pulmonalen Dysfunktion voraus.

Zur Ursache vermuten die Autoren unter anderem mangelnde Therapietreue. Denn drei Viertel dieser Patienten zeigten eine unzureichende Adhärenz mit den Immunsuppressiva oder erschienen nicht zu vereinbarten Kontrollterminen. Um eine rechtzeitige therapeutische Intervention zu ermöglichen, raten die Verfasser, Organempfänger regelmäßig auf depressive Symptome hin zu untersuchen.

Quelle: Kolaitis NA et al. Thorax 2022; DOI: 10.1136/thoraxjnl-2021-217612

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