MRT zuverlässiger als Ultraschall bei Karotis-Untersuchung

Autor: Kathrin Strobel

In die Röhre, bevor's eng wird? © iStock.com/drewhadley

Um das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen wie Schlaganfall abzuschätzen, wird die Wanddicke der Halsschlagadern gemessen. Eine prospektive Studie zeigt: Die Magnetresonanztomographie ermöglicht genauere Vorhersagen als die Ultraschallmessung.

Standardmäßig wird die Wanddicke der Karotis-Arterien mittels Ultraschall bestimmt. Doch der prognostische Wert der Untersuchung ist umstritten. Ein amerikanisches Forscherteam hat nun in einer Studie mit 698 Männern und Frauen gezeigt, dass die Magnetresonanztomographie genauere Ergebnisse bringt.

Im Gegensatz zum Ultraschall macht sie alle drei Schichten der Arterie in ihrer Gänze sichtbar. Vor allem die äußere, die Adventitia, ist interessant.

Zu teuer und zu aufwendig, um Standard zu werden

In ihr liegen kleine Gefäße, die die Arterie verdicken und die Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen bedingen können.

Dr. Yiyi Zhang von der Johns Hopkins University in Baltimore und Kollegen hatten in den Jahren 2000–2004 die Karotiden aller in die Studie eingeschlossenen Patienten mittels Ultraschall und MRT (mit und ohne Kontrastmittel) untersucht. Die 45- bis 84-jährigen Probanden hatten zu Beginn der Studie keine kardiovaskulären Vorerkrankungen.

Bis Dezember 2013 erfassten die Forscher alle Fälle von Schlaganfall, Herzinfarkt und anderen kardiovaskulären Erkrankungen und untersuchten, ob es Korrelationen mit den drei Untersuchungsmethoden gab. Dabei schnitt die MRT zwar durchweg besser ab, ersetzen wird sie den bisherigen Standard vermutlich dennoch nicht. Dafür sei sie schlichtweg noch zu teuer und zu aufwendig, lautet das Fazit der Studienautoren.

Quelle: Zhang Y et al. Radiology 2018; online first


Im MRT sind die drei Schichten der Halsschlagaderwand gut darstellbar. Oben die protonengewichtete Aufnahme, unten mit Kontrastmittel. Die gestrichelte Linie zeigt die Schnittebene. © Radiological Society of North America