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Alzheimer Plaqueentferner bringen Kognition nicht zurück

Autor: Dr. Judith Lorenz

Eine Reduktion der zerebralen Amyloidlast hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die gemessene kognitive Leistungsfähigkeit. Eine Reduktion der zerebralen Amyloidlast hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die gemessene kognitive Leistungsfähigkeit. © iStock/koto_feja
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Die medikamentöse Reduktion der zerebralen Amyloidlast kann den geistigen Abbau beim Morbus Alzheimer vermutlich nicht aufhalten. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher nach einer Metaanalyse von Studiendaten.

Obwohl die genaue Pathogenese des M. Alzheimer noch nicht vollständig geklärt ist, geht die Wissenschaft gegenwärtig von einer wichtigen Rolle des Amyloids im Gehirn aus. Plaques und Oligomere setzen vermutlich eine Kaskade in Gang, die in die progressive Zerstörung von Nervenzellen und den kognitiven Verfall mündet.

Zahlreiche pharmakologische Präventions- und Therapieansätze, beispielsweise Antikörper oder Small Molecules, richten sich gegen diese Amyloidablagerungen. Um zu klären, inwiefern die Amyloidreduktion den geistigen Abbau der Betroffenen bremsen kann, werteten Dr. Sarah Ackley von der University of California in San Francisco und ihre Kollegen 14 klinische Untersuchungen mit 40 Randomisierungsarmen aus, in denen acht verschiedene Wirkstoffe getestet worden waren. Alle Teilnehmer wiesen zu Beginn mittels Amyloid-PET diagnostizierte Ablagerungen auf.

Die gepoolte Analyse der Studienergebnisse zeigte: Eine Reduktion der zerebralen Amyloidlast hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die mittels Mini-Mental-State-Examination gemessene kognitive Leistungsfähigkeit. Die separate Auswertung der Wirkstoffklassen – Antikörper und Small Molecules – kam zu ähnlichen Ergebnissen.

Studiendauer verlängern und Subgruppen finden

Ist die Amyloid-Hypothese angesichts dessen hinfällig? Nicht unbedingt, meinen die Experten: Womöglich reicht die üblicherweise veranschlagte Studiendauer nicht aus, um kognitive Behandlungseffekte abzubilden. Ferner müsse man klären, ob bestimmte Patientensubgruppen, beispielsweise Personen im Alzheimer-Frühstadium oder mit einer niedrigen Amyloidlast, stärker von der Pharmakotherapie profitieren.

Quelle: Ackley SF et al. BMJ 2021; 372: n156; DOI: 10.1136/bmj.n156

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