Psoriasis: Diätplan für die Haut

Autor: Maria Weiß

Zwei Portionen Gemüse und drei Portionen Obst am Tag – das können Ärzte Psoriatikern empfehlen. © Pixabay

„Wie soll ich meine Ernährung umstellen?“ Diese Frage stellen viele, die unter Schuppenflechte leiden. Die Antwort: auf die Bremse treten. Und zwar sowohl bei Kalorien als auch bei Nahrungsergänzungsmitteln.

Auch wenn es heute zahlreiche Therapiemöglichkeiten für Psoriasis gibt, sind viele Patienten hoch motiviert, Ernährungsvorschriften einzuhalten – vor allem, wenn sie den Erfolg an einer Verbesserung des Hautbildes ablesen können. Doch es mangelt an Evidenz für mögliche Zusammenhänge. Adam R. Ford von der Keck School of Medicine der University of Southern California in Los Angeles und seine Kollegen haben nun gründlich die Literatur auf der Suche nach wissenschaftlich haltbaren Tipps durchforstet.

Glutenfreie Diät

Psoriatiker haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Zöliakie und serologische Marker der Glutensensitivität sind mit der Schwere der Schuppenflechte assoziiert. Bei gesicherter Zöliakie sollten die Betroffenen somit streng auf eine glutenfreie Ernährung achten, heißt es in den Empfehlungen.

Bei Erwachsenen ohne die zöliakietypischen Dünndarmveränderungen, aber positiven Glutensensitivitätsmarkern, kann sich ein dreimonatiger Versuch mit einer glutenfreien Diät zusätzlich zur Standardtherapie lohnen. Ein generelles Screening aller Patienten mit Schuppenflechte auf die serologischen Marker empfehlen die Autoren wegen einer hohen Rate falsch positiver Resultate aber nicht. Getestet werden sollte bei Verwandten ersten Grades mit Zöliakie und bei gastrointestinalen Symptomen.

Kalorienarme Kost

Zwischen Adipositas und Psoriasis besteht ein klarer Zusammenhang: Mit steigendem Gewicht nimmt die Inzidenz und die Schwere der Erkrankung zu und stark Übergewichtige sprechen schlechter auf die Therapien an. Die Evidenzlage überzeugt hier: Zu dicke Schuppenflechtler profitieren von einer hypokalorischen Kost mit Gewichtsabnahme. Durch das Abspecken bessert sich die Schwere der Erkrankung, die Lebensqualität nimmt zu und auch die häufig assoziierten metabolischen Störungen werden positiv beeinflusst. Ab einem BMI von 25 kg/m2 sollte man den Patienten daher dringend anraten, auf die Kalorienbremse zu treten und abzunehmen. Als alleinige Maßnahme zur Behandlung reicht das aber natürlich nicht aus.

Zweimal pro Woche Sofrito

Trotz eher schwacher Evidenzlage geben die Experten folgende Empfehlungen:

  • mediterrane Ernährung mit viel Olivenöl
  • 2 Portionen Gemüse und 3 Portionen Obst am Tag
  • mindestens 3 x in der Woche Hülsenfrüchte, Fisch/Meeresfrüchte und Walnüsse
  • mindestens 2 x pro Woche Sofrito-Soße (Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Olivenöl)
  • Bevorzugung von Omega- 3-Fettsäuren, Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten

Omega-3-Fettsäuren

Zumindest theoretisch könnten Omega-3-Fettsäuren hilfreich sein, da sie über eine Hemmung von Leukotrien B4 antiinflammatorisch wirken. Studien dazu liefern aber widersprüchliche Ergebnisse. Sieben von neun randomisierten Doppelblindstudien (14 Tage bis 7 Monate) konnten keinen positiven Effekt auf die Schwere der Psoriasis nachweisen, sodass hier keine allgemeine Empfehlung erfolgt.

Vitamin D

Während die topische Therapie mit Vitamin-D-Derivaten bei der Psoriasis gut etabliert ist, herrscht noch Unsicherheit über den möglichen Effekt der oralen Substitution. Man weiß allerdings, dass die Patienten gehäuft einen Vitamin-D-Mangel aufweisen, was mit einer stärkeren Ausprägung der Erkrankung einhergeht. Der Rat: Bei einem Mangel substituieren. Bei normalen Serumspiegeln macht die Vitamin-D-Gabe dagegen keinen Sinn. Auch zur Prävention trägt das Vitamin nicht bei.

Selen

Selen werden zwar Effekte auf das Immunsystem zugesprochen und man findet bei Schuppenflechtekranken gehäuft erniedrigte Spiegel. Eine Substitution scheint aber weder als Monotherapie noch in Kombination mit Phototherapie oder topischen Maßnahmen positiv auf die Plaque-Psoriasis zu wirken.

Vitamin B12 und Mikronährstoffe

Die Vitamin-B12-Gabe hat sich als ineffektiv bei der Behandlung der Schuppenflechte erwiesen – selbst in Form einer hoch dosierten intramuskulären Therapie. Auch Kombinationen von Mikronährstoffen konnten bisher nicht punkten und werden daher nicht befürwortet.

Quelle: Ford AR et al. JAMA Dermatol 2018; online first