Renale Denervierung wirkt bei therapierefraktärer Hypertonie über Jahre

Autor: Dr. Elke Ruchalla

Neue Daten bescheinigen dem Verfahren gute Wirksamkeit und ausreichende Sicherheit. © iStock/Mohammed Haneefa Nizamudeen

Das Durchtrennen sympathischer Nervenfasern in den Nierenarterien zur Behandlung schwerer Hypertonien bekommt zunehmend Aufwind. Neue Daten bescheinigen dem Verfahren gute Wirksamkeit und ausreichende Sicherheit.

Zunächst wurde die renale Denervierung als antihypertone Therapie hochgelobt, dann geriet sie wegen angeblich mangelnder Langzeitwirkung wieder in Vergessenheit. Die Auswertung des Global SIMPLICITY Registry, das Daten von Patienten nach dem Eingriff sammelt, spricht der Methode nun aber doch positive Effekte zu.

Das Team um Professor Dr. Felix Mahfoud von der Abteilung für Innere Medizin des Universitätsklinikums des Saarlandes verglich bei mehr als 1700 Behandelten den Ausgangsblutdruck mit den Werten, die postinterventionell erreicht wurden. Die Wissenschaftler fanden bis zu drei Jahre nach dem Eingriff anhaltend niedrigere systolische Druckwerte, sowohl bei der „Weißkittelhypertonie“ als auch bei den ambulant ermittelten 24-Stunden-Messungen (-16,5 bzw. -8,0 mmHg).

Bei den Blutdrucksenkern, die die Patienten einnahmen, hatte sich bis Monat 36 kaum etwas geändert. Am deutlichsten war der Effekt bei Betroffenen mit anfangs besonders schwerer Hypertonie, bei anhaltendem Nikotinkonsum stieg der Blutdruck dagegen eher an. Eine Re-Innervierung der Nierenarterien halten die Forscher für unwahrscheinlich.

Bei drei Patienten diagnostizierten die Ärzte im ersten Jahr nach dem Eingriff eine erneute Stenose der Arteria renalis. Die glomeruläre Filtrationsrate nahm über die drei Jahre ab – allerdings in etwa in dem Maß, wie es bei Hypertonikern zu erwarten sei, betonen die Autoren. Das galt sowohl für Kranke mit vorgeschädigten Nieren als auch für solche, bei denen das Organ zuvor gesund gewesen war. Bei Diabetikern fiel die Nierenfunktion in ähnlichem Maße ab wie bei den Hochdruckpatienten ohne die Erkrankung.

Quelle: Mahfoud F et al. Eur Heart J 2019; online first