Schwere Jungs in Diabetesgefahr: Gewichtsreduktion vor der Pubertät entscheidend

Autor: Tobias Stolzenberg

Rückt man frühzeitig den Kilos zu Leibe, wirkt sich das positiv auf das Diabetesrisiko im Alter aus. © fotolia/kwanchaichaiudom

Purzeln die Pfunde von übergewichtigen Knaben noch vor der Pubertät, normalisiert sich ihr Diabetesrisiko. Haben sie dagegen als Jugendliche noch immer zu viel Speck, kommt's auch später dicke.

Männer, die nur im Alter von 7 und/oder 13 Jahren übergewichtig waren, haben im Vergleich zu solchen mit „normalem“ BMI ein knapp 50%ig erhöhtes Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln (Hazard Ratio, HR 1,47). Bei permanent Dicken ist es sogar um das Vierfache höher. Erreichten die Jungs hingegen rechtzeitig zu ihrem 13. Geburtstag Normalgewicht und hielten es dauerhaft, senkten sie auch ihr späteres Diabetesrisiko. Und zwar beinahe so weit, als wären sie nie moppelig gewesen (HR 0,96). Die Ergebnisse waren unabhängig von Kognition oder sozioökonomischem Status. Dies geht aus einer dänischen Longitudinalstudie hervor, bei der 62 565 Jungen vom siebten Lebensjahr bis ins hohe Alter beoachtet wurden.

Möglicherweise führt Übergewicht in der Kindheit zur frühzeitigen Entwicklung einer Insulinresistenz und damit zu Typ-2-Diabetes, schreiben die Autoren um Dr. Lise­ G. Bjerregaard­ vom Center for Clinical Research and Prevention­ an der Universität Kopenhagen.

Quelle: Bjerregaard LG et al. N Engl J Med 2018; 14: 1302-1312