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Epilepsie Selbst bei spätem Beginn besteht erhöhtes Sterberisiko

Autor: Sabine Mattes

Das Mortalitätsrisiko ist mehr als doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Epilepsie. Das Mortalitätsrisiko ist mehr als doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Epilepsie. © ilovecoffeedesign – stock.adobe.com
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Von jungen Epileptikern weiß man, dass sie ein höheres Sterberisiko haben als Gesunde. US-Wissenschafler fanden nun heraus, dass auch ein spät einsetzendes Krampfleiden die Mortalität steigert.

Insbesondere bei Kindern und Erwachsenen unter 50 Jahren ist die Diagnose Epilepsie mit einem Anstieg der Mortalitätsrate verbunden. Ob diese Assoziation auch dann erhalten bleibt, wenn die Krankheit erst im Seniorenalter auftritt, prüfte das Team um Dr. ­Emily Johnson­ von der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore. Die Forscher analysierten hierzu die Datensätze der US-amerikanischen Atherosclerosis Risk in Communities Study.

Mortalitätsrisiko mehr als doppelt so hoch

Im mittleren Follow-up von 11,5 Jahren entwickelten knapp 700 von rund 9.000 über 67-jährigen Studienteilnehmern eine Epilepsie. Das Mortalitätsrisiko der Betroffenen war im Vergleich zu Menschen ohne Krampfleiden mehr als doppelt so hoch (Hazard Ratio 2,39). Das Ergebnis änderte sich auch nicht nach Adjustierung auf demographische Faktoren und Komorbiditäten. Die mittlere Überlebenszeit nach dem ersten Anfall betrug 4,8 Jahre. Überwiegend starben die Patienten an kardiovaskulären Ursachen, im Vergleich zur Kontrollgruppe erlagen sie allerdings häufiger Schlaganfällen und den Folgen einer Demenz – Krankheitsbilder, die oft in Zusammenhang mit Krampfanfällen auftreten. Nur bei etwa 1 % fand man eine direkte Verbindung zu einem epileptischen Anfall.

Quelle: Johnson EL et al. Neurology 2021; 97: e1132-e1140; DOI: 10.1212/WNL.0000000000012483

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