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So erfolgreich ist die geschlechterneutrale Impfung gegen HPV

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen sollten eine HPV-Impfung erhalten. Nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen sollten eine HPV-Impfung erhalten. © Mariia Nazarova – stock.adobe.com
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Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit 2018 die Impfung gegen HPV auch für Jungen. Wie sich das auszahlen kann, zeigt eine aktuelle Untersuchung.

Mit einer geschlechterneutralen Impfstrategie ließen sich onkogene HPV-Stämme eliminieren. Das zeigen Modellrechnungen, basierend auf einer multizentrischen prospektiven Studie. Eine Herdenimmunität gegenüber den potenziell onkogenen Papillomaviren vor allem vom Typ 16 und 18 ist durch alleinige Impfung von Mädchen prinzipiell möglich, erfordert aber eine Impfrate von über 90 %. Das lässt sich mit einem Angebot auf freiwilliger Basis i.d.R. nicht erreichen.

Eine 2007 begonnene finnische Studie lud Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren ein. In verschiedenen Städten wurde die HPV-Immunisierung geschlechtsneutral oder lediglich für Mädchen angeboten.

75%ige Abdeckung scheint zu genügen

In den Jahren 2010 bis 2014 nahmen die Forscher dann Zervixabstriche von Teilnehmerinnen mit einem Durchschnittsalter von 18,5 Jahren. Sie untersuchten die Proben auf verschiedene HPV-Typen und ermittelten bei den Geimpften die Vakzineeffektivität, bei den Ungeimpften den Herdeneffekt sowie bei allen weiblichen Teenagern die Schutz­effektivität.

Die HPV-Immunisierung beider Geschlechter überzeugt damit, Infektionen mit HPV drastisch zu minimieren. Einer Modellierung zufolge kann ein geschlechtsneutrales Konzept HPV-Infektionen deutlich besser verhindern als ein Programm nur für Mädchen: Bereits bei einer Durchimpfungsrate von 75 % ergab sich rechnerisch eine Eliminierung der onkogenen Viren im Alter von 20–30 Jahren.

Quelle: Vänska S et al. J Infect Dis 2020; DOI: 10.1093/infdis/jiaa099.

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