Streichelzoo-Tiere können resistente Keime tragen

Autor: Dr. Susanne Gallus

Auf den harmlosen Tieren lauern nicht zu unterschätzende Gefahren durch Keime. Eine gründliche Handhygiene ist daher von großer Bedeutung. © fotolia/Africa Studio

Kinder sind im Streichelzoo kaum zu stoppen. Doch der enge Kontakt zu den Tieren birgt Risiken. Nicht nur deren Exkremente, sondern auch Fell und Federn geben resistenten Keimen ein Zuhause.

Mit ESBL-(Extended Spectrum Beta-Laktamase)- oder AmpC-bildenden Enterobakterien rechnet man eher in Krankenhäusern. Doch wie Wissenschaftler in Israel zeigten, fühlen sich multiresistente Keime auch in und auf Streichelzoo-Tieren wohl. Ihre Aussage basiert auf den Untersuchungsergebnissen von 382 Fell-, Feder-, Haut- und Kotproben von 42 verschiedenen Tierarten aus acht israelischen Streichelzoos.

12 % der insgesamt 228 Tiere waren mit mindestens einem ESBL- oder AmpC-bildenden Bakterienstamm besiedelt. Die Wissenschaftler identifizierten insgesamt 35 verschiedene Spezies, darunter multiresistente enterotoxische E.-coli-Stämme, die bei Menschen z.B. Durchfälle oder Harnwegsinfekte verursachen können. Mehrheitlich waren die Erreger in den Exkrementen enthalten, aber zu 23 % auch in den Haut-, Fell- und Federproben. In den meisten Fällen handelte es sich um Tiere, die mit Antibiotika behandelt wurden.

Damit die Kinder nicht auf Hase, Lamm und Pony verzichten müssen, könnte z.B. über Waschstationen für die entsprechende Handhygiene gesorgt werden, schlagen die Wissenschaftler vor. Außerdem sollte ein Ess-und Trinkverbot in Tiernähe herrschen und das Streicheln von Tieren während einer Antibiotikatherapie nicht erlaubt sein.

Quelle: Pressemitteilung der ESCMID*

*European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases