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Tele-Reha: Training mit dem Tablet

Autor: Dr. Elke Ruchalla

50 Studien gingen in die quantitative Analyse ein. (Agenturfoto) 50 Studien gingen in die quantitative Analyse ein. (Agenturfoto) © iStock/Dmytro Varavin
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Nicht immer haben Patienten mit körperlichen Einschränkungen die Möglichkeit, einen Physiotherapeuten aufzusuchen. Aber ist die Telerehabilitation ähnlich wirksam wie eine Vor-Ort-Behandlung?

Bei Patienten mit körperlichen Einschränkungen steht eine Physiotherapie ganz oben auf dem Behandlungsplan. Falls diese vor Ort nicht angeboten wird, kommen ggf. telemedizinische Angebote infrage.

Um herauszufinden, ob diese Verfahren ähnlich wirksam sind, haben Jane Dias von der Universidade Federal de Minas Gerais in Belo Horizonte und Kollegen sich auf die Suche nach entsprechenden Studien begeben. Teilnehmer mussten Erwachsenen mit körperlichen Einschränkungen sein, die eine Tele-Reha erhielten (zwei- bis siebenmal pro Woche jeweils 20–90 Minuten über insgesamt zehn Tage bis zwölf Monate). In den Arbeiten wurde untersucht, wie die Intervention auf Schmerzen, körperliche Funktion und Lebensqualität wirkt – und zwar im Vergleich zu traditionellen Maßnahmen (Übungen oder Medikamente) oder einer Kontrollgruppe.

Evidenz reicht für definitive Bewertung nicht aus

50 Studien gingen in die quantitative Analyse ein. Es gab starke Belege dafür, dass die Wirkungen der Tele-Interventionen langfristig (> 3 Monate) den konventionellen Interventionen gleichwertig waren. Bei den Kurzzeitergebnissen (< 3 Monate) ergaben sich moderate Hinweise darauf, dass die Tele-Reha sich auf die körperliche Funktion und Lebensqualität ähnlich auswirkte wie Standardmaßnahmen. Insgesamt sei die Evidenz aber nicht ausreichend, um klare Aussagen zur Effektivität zu treffen, so die Autoren.

Quelle: Dias JF et al. Br J Sports Med 2021; 55: 155-162; DOI: 10.1136/bjsports-2019-101375

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