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Triplenegatives Mammakarzinom: Risikostratifizierung mittels Blutprobe

Autor: Birgit-Kristin Pohlmann

Die Sensitivität steigt auf 90 %, wenn ctDNA- und CTC-Analyse positiv sind. Die Sensitivität steigt auf 90 %, wenn ctDNA- und CTC-Analyse positiv sind. © ktsdesign – stock.adobe.com
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Weisen Frauen mit TNBC im Operationspräparat von Brust oder Lymphknoten einen Residualtumor auf, haben sie ein hohes Rezidivrisiko. Doch wie hoch ist dieses wirklich? Eine Analyse von ctDNA und zirkulierenden Tumorzellen im Blut soll Aufschluss geben.

Frauen mit frühem triplenegativem Mammakarzinom (TNBC), die nach neoadjuvanter Chemotherapie (NACT) noch einen Residualtumor im Operationspräparat der Brust oder Lymphknoten aufweisen, haben ein hohes Rezidivrisiko. Vor diesem Hintergrund wurde in der Phase-2-Studie BRE12-158 untersucht, ob sich das Risiko durch die Detektion von Tumorzell-DNA (ctDNA) und/oder zirkulierender Tumorzellen (CTC) im Blut stratifizieren lässt.

Großteil der Frauen befand sich in frühem Stadium

Es wurden 177 Patientinnen randomisiert, bei denen sich ein signifikanter Tumorrest in Brust bzw. Axilla befand. Diese erhielten eine genomisch zielgerichtete Behandlung oder eine Therapie nach Wahl des behandelnden Arztes. Vorab erfolgte eine Liquid Biopsy zur ctDNA- bzw. CTC-Bestimmung. Für 112 Teilnehmerinnen lagen kombinierte Daten beider Auswertungen vor, erläuterte Professor Dr. Milan Radovich von der Indiana University in Indianapolis. Primärer Endpunkt der Studie war das krankheitsfreie Überleben (DFS) nach zwei Jahren.

Etwa drei Viertel der Patientinnen befanden sich im Stadium I/II, 53 % hatten keinen Lymphknotenbefall. Zum Zeitpunkt der OP hatten 45 % einen Tumorrest von maximal 2 cm und 14 % einen Tumorrest > 5 cm. Die Daten basieren auf einer multivariaten Analyse nach einer medianen klinischen Nachbeobachtungszeit von 17,2 Monaten.

Das Ergebnis: Eine weitere Risikostratifizierung mittels ctDNA- bzw. CTC-Analyse ist möglich. Allerdings besteht zwischen beiden Auswertungen keine signifikante Korrelation, so der Referent (p = 0,19). Sowohl Frauen mit positivem ctDNA- als auch jene mit CTC-Nachweis hatten eine schlechtere Prognose.

So waren nach zwei Jahren noch 56 % der ctDNA-positiven Patientinnen ohne Fernmetastasen versus 81 % der ctDNA-negativen (HR 2,99; p = 0,0055). Deutliche prognostische Vorteile ohne ctDNA-Nachweis bestätigten sich auch beim krankheitsfreien (HR 2,67; p = 0,0089) und Gesamtüberleben (HR 4,16; p = 0,0024). Je höher die ctDNA-Last, desto ungünstiger war die Prognose, so Prof. Radovich.

Keine Signifikanz für den CTC-Nachweis alleine

Der Nachweis von CTC im Plasma korrelierte ebenfalls mit einer schlechteren Prognose, jedoch nicht signifikant. Allerdings korrelierte die Zunahme der CTC-Anzahl unter der Therapie signifikant mit einer schlechteren Prognose. Auch wenn zwischen beiden Analysen keine positive Korrelation besteht, erhöhte sich die Sensitivität von 79 % auf 90 %, wenn sowohl ctDNA- als auch CTC-Analyse positiv ausfielen, betonte der Experte.

Laut Prof. Radovich ist die gemeinsame Auswertung von ctDNA und CTC ein unabhängiger Prädiktor für die Rezidivwahrscheinlichkeit. Er sieht daher in ihrer Analyse einen wichtigen neuen Stratifizierungsfaktor für zukünftige postneoadjuvante Studien. 

Quelle: Radovich M et al. SABCS 2019; Abstract GS5-02 San Antonio Breast Cancer Symposium 2019

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