Vegane Schwangere: Vitamin B12 und andere Mikronährstoffe substituieren

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Hmmm lecker: Der beliebte Schwangerschaftssnack ist nicht nur low carb, sondern auch vegan! Nur schade, dass der Gewürzgurke auch die benötigten Vitamine fehlen. © iStock/gpointstudio

Eine gesunde Entwicklung in utero erfordert u.a. Vitamin B12. Startet eine Veganerin die Schwangerschaft mit einem Mangel, sollte intramuskulär oder oral substituiert werden.

Vitamin B12 ist essenziell für den Aufbau und die Funktionsfähigkeit von Nervenzellen und Gehirn. Allerdings findet sich dieses Vitamin fast ausschließlich in Fleisch und Milchprodukten, sodass Veganerinnen ihren Nachwuchs in utero nicht immer ausreichend versorgen. Später werden bei den Kindern dann häufiger leichte kognitive Beeinträchtigungen be­obachtet.

Frauen, die ihre Schwangerschaft in einem Vitamin-B12-Mangelzustand beginnen, sollte deshalb eine wiederholte intramuskuläre Gabe von 1 mg Vitamin B12 oder alternativ die tägliche orale Einnahme von 1 mg Vitamin B12 über vier Wochen empfohlen werden, erklärte Professor Dr. Stefan Eber, M1 Privatklinik für Kinder- und Jugendmedizin, München.

Manche lassen sich temporär überzeugen

Besser ist natürlich die Überprüfung des B12-Status im Vorfeld und ggf. eine Substitution schon vor der Konzeption. Manche Frauen lassen sich sogar davon überzeugen, zum Wohle des Kindes über einen begrenzten Zeitraum wieder Eier, Milch, Fisch oder sogar Fleisch aus kontrollierten Quellen zu verzehren, erläuterte der Kollege.

So lasse sich auch die Versorgung z.B. mit Jod, Docosahexaensäure oder Zink sichern. Bei ausschließlich pflanzlicher Kost während der Schwangerschaft sollten ansonsten auch diese Mikronährstoffe in ausreichender Dosierung substituiert werden.

Quelle: Pressemitteilung des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. und der Frauenärztlichen BundesAkademie