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Tx-Nieren und Noroviren Virale Erkrankung kann sich über 40 Tage ziehen

Autor: Kathrin Strobel

Infektionen mit Noroviren können für die Betroffenen zwar äußerst unangenehm sein; sie sind in der Regel selbstlimitierend und nach maximal drei Tagen überstanden. Infektionen mit Noroviren können für die Betroffenen zwar äußerst unangenehm sein; sie sind in der Regel selbstlimitierend und nach maximal drei Tagen überstanden. © iStock/Dr_Microbe
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Die Beschwerden bei einer Infektion mit Noroviren halten meist nur wenige Tage an. Bei einer bestimmten Patientengruppe ist das anders.

Rotaviren betreffen Kinder, Noroviren die Alten – diese Vorstellung hält sich in vielen Köpfen hartnäckig. „Das ist natürlich nicht so“, erklärte Prof. Dr. Thomas Weinke, Klinikum Ernst von Bergmann, Potsdam: Norovirusinfektionen kommen in allen Altersgruppen vor. Besonders häufig sind sie bei Patienten über 80 – und bei Kindern unter fünf Jahren. Darauf müsse man seine mikrobiologische Diagnostik einstellen und immer auf beide Virusarten testen.

Fatale Folgen durch Absetzen der Immunsuppressiva

Infektionen mit Noroviren können für die Betroffenen zwar äußerst unangenehm sein. In der Regel sind sie aber selbstlimitierend und nach maximal drei Tagen überstanden. Nur äußerst selten endet eine Infektion tödlich – meist handelt es sich bei den Patienten um ältere vorerkrankte Menschen.

Bei Immunsupprimierten sind jedoch deutlich langwierigere und schwerere Verläufe möglich. In einer Studie mit nierentransplantierten Patienten dauerten die Beschwerden über 40 Tage an. „Das hat dann schon eine ganz erhebliche Relevanz“, betonte Prof. Weinke. Bei 93 % von ihnen reduzierte oder beendete man die Immunsuppression aufgrund der Infektion. Dies führte dazu, dass es in der Norovirus-Gruppe bei 13,8 % der Teilnehmer zur Transplantatabstoßung kam. Ohne Infektion lag die Rate nur bei 4,2 %.

Quelle: 30. Gastroenterologie-Update-Seminar

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