Vorhofflimmern: Asthma bringt Herz ins Stolpern

Autor: Dr. Judith Lorenz

Mit unkontrolliertem Asthma steigt das Risiko für Vorhofflimmern um 76 %. © iStock.com/Nerthuz

Wer ein Asthma bronchiale hat, bekommt womöglich noch ein Vorhofflimmern dazu. Besonders Patienten mit unzureichend kontrollierter Lungenerkrankung leben gefährlich.

Verschiedene Untersuchungen deuten auf einen Zusammenhang zwischen der chronisch entzündlichen Atemwegserkrankung und dem Vorhofflimmern hin, berichten Aivaras Cepelis von der Universität Trondheim und Kollegen. Zusammen mit weiteren Forschern hat er Daten der norwegischen HUNT*-Studie ausgewertet. 54 567 herzgesunde Teilnehmer gingen in die Analyse ein. Rund 11 % von ihnen gaben an, vor längerer Zeit schon einmal Asthmabeschwerden gehabt zu haben. 7 % der Personen sagten, ein Arzt habe bei ihnen die Diagnose „Asthma“ gestellt, und 5 % hatten in den vergangenen zwölf Monaten Asthmamedikamente eingenommen.

Seit Längerem Symptomlose sind ebenfalls gefährdeter

Während der etwa 15-jährigen Beobachtungszeit entwickelten rund 4 % der Studienteilnehmer ein Vorhofflimmern. Dabei hatten diejenigen, die vor Längerem an Asthmasymptomen gelitten hatten, im Vergleich zu Personen ohne Lungenkrankheit ein um 27 % höheres Erkrankungsrisiko. Bei Studienteilnehmern mit diagnostiziertem Asthma bzw. mit unkontrolliertem Asthma stieg das Risiko um 38 % bzw. 76 %. Zudem hing die Erkrankungsgefahr vom Erfolg der Asthmatherapie ab: Unabhängig von weiteren kardiovaskulären Risikofaktoren und Komorbiditäten stieg bei partieller bzw. mangelhafter Symptomkontrolle das Risiko für die tachykarde Herzrhythmusstörung um 40 % bzw. 74 %.

Welche pathophysiologischen Mechanismen den beobachteten Zusammenhängen zugrunde liegen, ist noch unklar, schließen die Wissenschaftler – diskutiert werden unter anderem inflammatorische, nervale sowie pharmakologische Faktoren. Sie empfehlen, alle Patienten mit Asthma auf Risikofaktoren für das Vorhofflimmern zu untersuchen. 

* Helseundersøkelsene i Nord-Trøndelag (Nord-Trøndelag Health Study)

Quelle: Cepelis A et al. JAMA Cardiol 2018; 3: 721-728