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Vorhofflimmern: Vorsorgliche Untersuchung ohne Vorteil

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Das prophylaktische Screening auf ein Vorhofflimmern beim Arztbesuch bringt keine wirklichen Vorteile. Das prophylaktische Screening auf ein Vorhofflimmern beim Arztbesuch bringt keine wirklichen Vorteile. © iStock/isayildiz
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Patienten ganz gezielt auf ein Vorhofflimmern untersuchen oder pauschal einfach mal jeden beim Hausbesuch screenen? Laut einer aktuellen Studie bringt der Mehraufwand bei letzterem keine Vorteile.

Wenn Sie Patienten rein prophylaktisch auf ein Vorhofflimmern (VHF) untersuchen, finden Sie die Rhythmusstörung auch nicht öfter als bei der gezielten Abklärung von Symptomen. Dies zumindest legt das Ergebnis einer Studie aus den Niederlanden nahe.

Die Wissenschaftler hatten ein opportunistisches Screening beim Arztbesuch mit der anlassbezogenen Suche nach einem Vorhofflimmern ver­glichen. Für das Screening gab es drei Indextests: Puls ertasten, Blutdruck messen und EKG. Fand sich mindestens ein verdächtiger Befund, schloss sich ein 12-Kanal-EKG an. Blieb dieses unauffällig, bekamen die Teilnehmer ein Holter-EKG für zwei Wochen angeboten.

Die Aufdeckungsrate unter den etwa 9000 über 65-jährigen Praxisbesuchern lag bei 1,62 %. Im Vergleichskollektiv ähnlicher Größe betrug sie 1,53 %. Knapp 45 % aus der ersten Kohorte erhielten das 12-Kanal-EKG – womit man aber nur bei 26 weiteren Patienten (0,63 %) ein Vorhofflimmern detektierte. 

Quelle: Uittenbogaart SB et al. BMJ 2020; 370: m3208; DOI: 10.1136/bmj.m3208


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