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Weißbrot schadet dem Herzen

Autor: Dr. Daniela Erhard

Laut der Studie erhöhen hochverarbeitete Getreideprodukte das Risiko für einen vorzeitigen Tod oder eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung. Laut der Studie erhöhen hochverarbeitete Getreideprodukte das Risiko für einen vorzeitigen Tod oder eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung. © iStock/VikkiePix
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Der Verzehr von Weißmehlprodukten geht mit einem erhöhten Sterberisiko einher. Das hat eine große weltweite Studie erneut bestätigt.

Erneut schlechte Nachrichten für Fans von Buttertoast und Baguette: Diese und andere hochverarbeitete Getreideprodukte erhöhen das Risiko für einen vorzeitigen Tod oder eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung. Besser ist es, Vollkornprodukte zu wählen, empfehlen die Autoren einer weltweiten Ernährungsstudie.

Die Forscher um Professor Dr. Sumathi Swaminathan vom St. John’s Research Institute in Bangalore hatten mittels Fragebogen unter anderem regelmäßig die Ernährungsgewohnheiten und den Gesundheitsstatus von Erwachsenen zwischen 35 und 70 Jahren aus insgesamt 21 Ländern erhoben. Aus den Angaben berechneten sie die Menge der täglich konsumierten Getreideprodukte und glichen diese mit der Mortalität und der Häufigkeit des Auftretens kardiovaskulärer Ereignisse ab.

Knapp jeder elfte der über 137 000 ursprünglich herzgesunden Teilnehmer erlitt während der medianen Studiendauer von 9,5 Jahren ein schweres kardiovaskuläres Ereignis oder starb. Während es dabei unerheblich war, wie viel Reis oder Vollkornprodukte die Teilnehmer täglich aßen, stieg die Wahrscheinlichkeit, zu den Betroffenen zu gehören, mit der Menge an hochverarbeitetem Getreide an: Jede Portion à drei Scheiben Weißbrot am Tag erhöhte die Gefahr zu sterben um 5 %. Gegenüber Personen, die weniger als 50 g Weißmehl pro Tag zu sich nahmen, hatten Probanden mit einem Konsum von 350 g oder mehr ein um 28 % höheres allgemeines Sterberisiko. Die Gefahr, an einem schweren Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken oder zu sterben, stieg jeweils um rund ein Drittel, das Schlaganfallrisiko sogar um fast die Hälfte.

Deutlich wurde der Effekt nur in Regionen, in denen im Median mindestens 100 g und damit relativ viel Weißmehl konsumiert wurde – was allerdings fast überall, außer in Afrika und Südasien, der Fall war.

Swaminathan S et al. BMJ 2021; 372: m4948; DOI: 10.1136/bmj.m4948

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