Zahl der therapiebedürftigen Diabetiker verdoppelt sich

Autor: Kathrin Strobel

Tendenz steigend: In den nächsten Jahren sollen laut Rechnungen ca. 100 Milionen Typ-2-Diabetiker hinzukommen, die Insulin benötigen. © iStock.com/DigtialStorm

Bis 2030 steigt der weltweite Bedarf an Insulin voraussichtlich um mehr als 20 Prozent an. Sollte sich die Versorgungslage bis dahin nicht drastisch verbessern, wird die Hälfte der Betroffenen leer ausgehen.

Laut einer aktuellen Hochrechnung werden im Jahr 2030 etwa 79 Millionen Typ-2-Diabetiker eine Insulintherapie benötigen. Das sind fast doppelt so viele wie 2018. Anhand epidemiologischer Daten und 14 Kohortenstudien haben Forscher aus den USA die Typ-2-Diabeteslast bis zum Jahr 2030 geschätzt und daraus den weltweiten Insulinbedarf errechnet.

Die Autoren gehen davon aus, dass die Zahl der Typ-2-Diabetiker innerhalb der nächsten zwölf Jahre von 406 auf 511 Millionen ansteigt. Mehr als die Hälfte der Fälle wird sich auf drei Länder verteilen: China, Indien und die Vereinigten Staaten von Amerika. Damit erhöht sich auch der globale Insulingebrauch: von 526 auf 634 Millionen 1000-Unit-Ampullen. Am stärksten wird der Bedarf in afrikanischen Ländern wachsen, nämlich um das Siebenfache von gegenwärtig etwa 700 000 Patienten.

„Es muss sich einiges tun, um alle zu versorgen“

Um dem gerecht zu werden, müsse sich einiges ändern, so die Autoren. Bislang sei die Versorgung absolut unzureichend und Insulin für viele Menschen nicht verfügbar.

1. Basu S et al. Lancet Diabetes Endocrinol 2018; online first
2. Pressemitteilung The Lancet, November 2018