Adipositas

Definition

Adipositas ist eine über das Normalmaß hinausgehende, krankhafte Vermehrung des Körperfetts. Beurteilungsgrundlage für die Gewichtsklassifikation ist der Körpermassenindex [Body Mass Index (BMI)]. Der BMI ist der Quotient aus Gewicht und Körpergröße zum Quadrat (kg/m²). Übergewicht ist definiert als BMI 25-29,9 kg/m², von Adipositas spricht man bei einem BMI von mindestens 30 kg/m².

ICD10-Code: E65-E68

Nicht wenige Experten meinen: Ja, Adipositas ist eine Krankheit. Andere lehnen es ab, der Fettleibigkeit diesen Status zuzusprechen. Drei Experten...

mehr
Symptomatik

Das stark erhöhte Körpergewicht kann Allgemeinsymptome wie Müdigkeit verursachen. Außerdem begünstigt es diverse Folgeerkrankungen - von der Arthrose bis zum metabolischen Syndrom, die ihrerseits Beschwerden verursachen.

Etwa jeder Fünfte berichtet einer Studie zufolge über Mobbing oder Gewalt am Arbeitsplatz. Betroffene haben offenbar ein deutlich höheres Risiko, an...

mehr

Wenn es dem N. cutaneus femoris lateralis in Höhe des lateralen Leistenbandes zu eng wird, leidet die Sensibilität am Oberschenkel. Eine häufige...

mehr

Mindestens ein Viertel der krankhaft Übergewichtigen erfüllt die Kriterien für eine Substanzkonsumstörung. Ist Adipositas eine Sucht?

mehr

Hinter Schweregefühl, Schmerzen und Ödemen in den Beinen steckt nicht immer gleich eine Venenklappeninsuffizienz. Viele Menschen haben solche...

mehr
Untersuchung

Die Diagnose der Adipositas basiert auf der Messung von Körpergewicht, Körpergröße, Taillen- und Hüftumfang. Ab einem BMI von 30 kg/m² spricht man von krankhaftem Übergewicht (Adipositas). Patienten mit einem BMI zwischen 30 bis <35 kg/m² haben eine Adipositas Grad I, bei einem BMI von 35 bis <40 kg/m² spricht man von Grad II, bei einem BMI >40 kg/m² von Grad III (Adipositas permagna). Der Taillenumfang wird in der Mitte zwischen der untersten Rippe und dem Beckenkamm gemessen. Bezüglich der Fettverteilung unterscheidet man grob eine androiden von einem gynoiden Typ (Apfel- bzw. Birnenform). Die prognostisch ungünstigere abdominelle Adipositas, wenn der Taillenumfang bei Frauen >88cm und bei Männern >102 cm liegt. Ein Taille-Hüft-Quotient von >0,85 (Frauen) bzw. >0,9 (Männer) gilt als kritisch.    

Mit dem Body-Mass-Index (BMI) lassen sich auf Populationsebene zwar gut die kardiovaskulären Risiken einzelner Bevölkerungsgruppen epidemiologisch...

mehr

Schon länger wird vermutet, dass die Adipositas den kognitiven Abbau beschleunigt. Wissenschaftler fahndeten nun mit dem Kernspin nach möglichen...

mehr
Labor

Die Labordiagnostik dient vor allem dem Ausschluss häufiger Begleiterkrankungen der Adipositas wie Diabetes mellitus, Fettleber, Dislipidämie und Hyperurikämie. Auch mögliche Differenzialdiagnosen (z.B. Hypothyreose, M. Cushing) lassen sich so erkennen.    

Differenzialdiagnostik

Die Adipositas kann durch die verschiedensten Erkrankungen ausgelöst werden, dazu zählen  genetische Ursachen (z.B. Prader-Willi-Syndrom), aber auch hormonelle Veränderungen (z.B. Hypothyreose, M. Cushing) und psychische Erkrankungen (z.B. Essstörungen). Auch die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Glukokortikoide, Neuroleptika).

Denken Sie bei rätselhaften Blutzuckerschwankungen von jungen Frauen mit Diabetes auch an Bulimie, Anorexie und Binge-Eating-Disorder! Bis zu 10 %...

mehr

Adipositas macht nicht nur Diabetes und Arteriosklerose wahrscheinlicher. Starkes Übergewicht treibt auch das Risiko für gastrointestinale Karzinome...

mehr

Zunehmende Fälle von NAFLD und NASH stellen ein weltweites Problem und eine große Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Selbst Kinder sind...

mehr

Dass Limonaden nicht gerade gesundheitsfördernd sind, haben die meisten wohl auf dem Schirm. Leider gilt das aber auch für Säfte mit 100 %...

mehr
Pharmakotherapie und nichtinvasive Therapie

Basis der Therapie ist die Gewichtsreduktion durch eine Umstellung der Ernährung (hypokalorische Diät) und vermehrte körperliche Aktivität, die unter anderem den Kalorienbedarf erhöht. Ergänzend ist auch eine Pharmakotherapie möglich. Eine weitere potenzielle Option ist die bariatrische Chirurgie. Eine begleitende Verhaltenstherapie erleichtert die Umsetzung der Ernährungsziele.

Bis zum Jahr 2030 wird jede sechste Person an Dia­betes erkrankt sein, schätzt die WHO. Um diese bevorstehende Pandemie zu verhindern, setzen Forscher...

mehr

Jeder vierte Erwachsene leidet an Adipositas, unter älteren Patienten finden sich kaum Normalgewichtige. Diabetes, Arterielle Hypertonie und co....

mehr

Kaum ein Fettleibiger wird die überschüssigen Pfunde dauerhaft los. Gehen die Patienten ihre Gewichtsreduktion falsch an? Experten erläutern, was...

mehr

Gene machen dick, Superfood dann wieder schlank – wenn es doch nur so einfach wäre. Tatsächlich gibt es ein paar vielversprechende Ansätze in der...

mehr

Hartnäckige Pölsterchen an Hüften und Bauch in Narkose absaugen zu lassen, ist manchen zu heikel. Dabei lässt sich Körperfett auch durch...

mehr

Essen von 10 bis 18 Uhr und den Rest des Tages nur noch Wasser und Tee – das kann sich für adipöse Patienten durchaus lohnen.

mehr

Um beim Abnehmen nachhaltig erfolgreich zu sein, muss eine langfristige Strategie her. Eine Psychotherapie hilft den Adipösen dabei, ihre Ernährung...

mehr

Dapagliflozin verbessert bei adipösen Typ-2-Diabetespatienten die glykämische Kontrolle und verringert den Leberfettgehalt sowie die abdominale...

mehr
Invasive und Interventionelle Therapie

Eine interventionelle Adipositastherapie in Form bariatrischer Operationen kommt vor allem für Patienten mit Adipositas permagna (Grad 3) infrage,  Personen mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen (Diabetes, KHK) können schon ab Schweregrad II operiert werden, wenn die konservative Therapie nicht den erwünschten Erfolg zeitigt. Technisch kommt z.B. die Anlage eines Magenbandes oder Schlauchmagens zur Reservoir-Reduktion infrage.

Übergewichtige, die sich einer Magenverkleinerung unterziehen, begehen häufiger Selbstmord als Patienten, die sich für eine Gewichtsreduktion ohne...

mehr

Innerhalb eines Monats nach einer bariatrischen OP pendelten sich die Level der Sexualhormone bei adipösen Männern wieder ein. Auch die Prostata wird...

mehr

Bariatrische Operationen können im Hinblick auf Gewichtsverlust und adipositasassoziierte Erkrankungen beeindruckende Erfolge erzielen. Aber sie...

mehr

Laut einer US-amerikanischen Beobachtungsstudie scheint die bariatrische Chirurgie geeignet, die kardiovaskuläre Morbidität von stark übergewichtigen...

mehr

Adipositas mindert die Fertilität und führt – wenn es mit der Konzeption doch geklappt hat – häufiger zu Schwangerschaftskomplikationen. Ist eine...

mehr

Nach einer bariatrischen Embolisation fühlen sich adipöse Patienten schneller satt und ihre Lebensqualität steigt.

mehr

Weltweit haben bereits mehr als 50 Fachgesellschaften den Konsensus zur metabolischen Chirurgie bei Typ-2-Diabetes von 2016¹ umgesetzt. Geht es nach...

mehr

Nicht jeder adipöse Diabetiker kann sich mit einem bariatrischen Eingriff anfreunden. Möglicherweise können Sie ihm mit einer neuen...

mehr
Prävention

Derzeit nimmt die Adipositas-Prävalenz vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu. Eine gezielte Prävention (Ernährungsumstellung, Sport) kann ebenso wie bei älteren Patienten der Manifestation eines metabolischen Syndroms (Diabetes, Hypertonie) entgegenwirken.  

Übergewicht fördert bestimmte Krebsarten. Schuld scheinen eine durch Fettleibigkeit induzierte Insulinresistenz und chronische Entzündungsvorgänge zu...

mehr

Die Zahl der Menschen mit Diabetes wie auch mit Adipositas nimmt in Deutschland zu. Können wir noch erfolgreich gegensteuern? Antwort gibt der...

mehr

Von wegen die genetische Prädisposition lässt Diäten scheitern. US-Kollegen haben nun heraus­gefunden, dass Personen mit erblicher Vorbelastung mehr...

mehr

Walnüsse fördern zum einen Bakterien, die vor Adipositas und Diabetes schützen. Sie und ihre Verwandten verlängern außerdem das Überleben von...

mehr

„Schokolade löst keine Probleme, aber ein Apfel auch nicht“: Damit rechtfertigen Naschkatzen gerne ihr Verhalten. Doch das müssen sie gar nicht, denn...

mehr

Wenn es darum geht, einen Schuldigen für die wachsende Zahl der Adipösen zu finden, werden Low-fat- und Low-carb-Verfechter wohl nie auf einen Nenner...

mehr

Informationen, Appelle und Aufklärungskampa­gnen zu Adipositas sind klassische Versuche, um Kinder, Jugendliche und Erwachsene von ungesunden...

mehr

Wer als Kind zu dick ist, bleibt es oft ein Leben lang. Daran dürften auch schulbasierte Programme nichts ändern. Denn die Weichen für eine Zukunft...

mehr

Übergewicht ist auch eine Frage der Qualität der aufgenommenen Kalorien. Nüsse – und allen voran Walnüsse – führen trotz ihres hohen Brennwerts nicht...

mehr
Notfallmanagement

Eine chirurgische Therapie kann vor allem bei Adipositas ab Grad II und akuten Exazerbationen von Begleit- und Folgeerkrankungen (Diabetes, Hypertonus, KHK) angezeigt sein. Nach bariatrischen Operationen muss man mit Komplikationen wie Vitaminmangel und Banddislokationen rechnen. 

Leitlinien

 Leitlinie "Adipositas - Prävention und Therapie" (gültig bis 30.04.2019)

Leitlinie "Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen" (gültig bis 31.12.2022)

Kasuistik

Trophische Veränderungen des Haut- und Unterhautgewebes sollten immer auch an ein Lymphödem denken lassen, vor allem bei adipösen Patienten. Umso...

mehr

Dass die zur Gewichtsreduktion gelegten Magenbänder verrutschen, ist bekannt. Eine 13 Jahre dauernde Reise bis ins distale Jejunum ist dagegen...

mehr
Forschung

Streit um die Diabetes­prävention: Die allenthalben empfohlene fettarme Diät könnte genau der falsche Ansatz sein. Eventuell fah­ren die Patienten mit...

mehr

Die medikamentöse Therapie Adipöser kann nicht einfach nach Schema F erfolgen. Denn die Gefahr einer Unter- bzw. Überdosierung ist bei dieser...

mehr

Langlebigkeit durch ein paar Speckröllchen zu viel auf den Hüften? Nein, ergab eine aktuelle Studie. Übergewicht schützt nicht vor kardiovaskulären...

mehr

Der Mythos hält sich hartnäckig: dick und trotzdem frei von Adipositas­risiken. Folgen wie Hypertonie, Schlafapnoe, ein metabolisches Syndrom und...

mehr

Kaffee, Schwarztee oder Schokolade in der Schwangerschaft können gewichtige Folgen für das ungeborene Kind haben. Denn selbst kleine Koffein­mengen...

mehr

Ein hoher BMI fällt schon bei einer leichten Grippe negativ ins Gewicht. Mit Folgen nicht nur für die Kranken, denn sie setzten ihr Umfeld länger...

mehr

Trotz Übergewicht gesund zu leben, ist leider nicht immer der Fall. Denn oft leidet der Kreislauf mehr als man ahnt.

mehr

Fett ist nicht gleich Fett: Die unterschiedliche endokrine Aktivität der Adipozyten und das Ausmaß der Fettgewebsfibrose machen den Unterschied...

mehr
Abrechnung

Verschenken Sie kein Honorar: Das „Gebühren-Handbuch digital“ ist die ideale Weiterentwicklung der Printausgabe des bekannten „Medical Tribune Gebühren-Handbuchs“ - statt 2000 Buchseiten der schnelle digitale Zugriff.

Was Ihnen die Abrechnung leichter macht:

  • die immer aktuelle Fassung von EBM und GOÄ (Einheitlicher Bewertungsmaßstab und Gebührenordnung für Ärzte)
  • Tipps und Experten-Kommentare zur Honorarabrechnung (EBM/GOÄ), graphisch aufbereitet und leicht verständlich
  • Kommentare von Kollegen lesen und selbst kommentieren
  • persönliche Notizen und Lesezeichen setzen

Zum Gebühren-Handbuch digital »

Fortbildungen

16.11.2019 | 8:30 Erfurt

Fortbildung DDG: Digitalisierung und Diabetestechnologie

Details Anmelden Programm
30.11.2019 | 8:30 Berlin

Fortbildung DDG: Digitalisierung und Diabetestechnologie

Details Anmelden Programm
Termin Fortbildung Ort  
16.11.2019 | 8:30

Fortbildung DDG: Digitalisierung und Diabetestechnologie

Details Anmelden Programm
Erfurt
30.11.2019 | 8:30

Fortbildung DDG: Digitalisierung und Diabetestechnologie

Details Anmelden Programm
Berlin
Alle Fortbildungen