Allergiegefahr: Kurz nach der Geburt Kuhmilch besser meiden

Autor: Dr. Judith Lorenz

Das Zufüttern kuhmilchbasierter Formulanahrung scheint eine Sensibilisierung zu fördern. © iStock/dragana991

Atopiegefährdete Neugeborene entwickeln seltener Nahrungsmittelallergien, wenn sie innerhalb der ersten Lebenstage keine Kuhmilch-basierte Formula erhalten.

Die Sensibilisierung bzw. Toleranzentwicklung gegenüber Nahrungsmitteln hängt entscheidend vom Zeitpunkt des ersten Allergenkontakts ab. Angesichts der Zunahme IgE-vermittelter Allergien gingen Wissenschaftler um Professor Dr. Mitsuyoshi Urashima von der Abteilung für molekulare Epidemiologie der Universitätsmedizin Tokio der Frage nach, ob das Zufüttern kuhmilchbasierter Formulanahrung vor einer Sensibilisierung schützt oder diese sogar fördert.

156 gestillte Neugeborene mit familiärer Atopiebelastung erhielten zusätzlich zur Muttermilch ab Geburt fünf Monate lang täglich die Kuhmilch-Variante. Weitere 151 Neugeborene wurden dagegen innerhalb der ersten drei Lebenstage ausschließlich gestillt oder erhielten zusätzlich Formula auf Aminosäurebasis (Ultrahydrolysatnahrung).

Schutz vor weiteren Lebensmittelallergien

Nur rund 17 % der Kinder in der Kontrollgruppe, aber nahezu ein Drittel im Kuhmilcharm entwickelten bis zu ihrem zweiten Geburtstag erhöhte Kuhmilch-IgE-Spiegel. Dies entsprach einem um 48 % geringeren Sensibilisierungsrisiko bei Allergenkarenz. Die kuhmilchfreie Ernährungsweise schützte zudem vor weiteren Lebensmittelallergien. 

Quelle: Urashima M et al. JAMA Pediatr 2019; DOI: doi.org/10.1001/jamapediatrics.2019.3544