Angststörung schützt vor Herzinfarkt

Autor: Maria Fett

Besonders Frauen mit einer Angststörung reagieren schnell nach einem Infarkt. © fotolia/stokkete

Pathologische Ängste können durchaus positiv sein: Die Anzeichen eines Myokardinfarkts nehmen Patienten mit Angststörung oftmals eher wahr und suchen bis zu zwei Stunden früher einen Arzt auf.

Menschen mit generalisierten Angststörungen fürchten sich vor vielen Alltagssituationen. Aufgrund dieser Belastungen tragen sie ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Forscher um Dr. Xiaoyan­ Y. Fang­ vom Institut für Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München analysierten Daten von 619 Patienten mit ST-Hebungsinfarkt. Rund 11 % von ihnen litten unter generalisierten Ängsten. Es zeigte sich, dass sie im Schnitt deutlich früher in den Notaufnahmen erschienen als Personen ohne eine solche psychische Erkrankung.

Besonders groß war der Zeitunterschied zwischen den Frauen: Patientinnen mit generalisierten Ängsten erschienen durchschnittlich 112 Minuten nach Infarktbeginn in der Klinik, Betroffene ohne benötigten mit 238 Minuten fast zwei Stunden mehr – ein signifikanter Unterschied. Für Männer zeigte sich ein Trend (150 vs. 198 min). Die Autoren schließen aus den Zahlen, dass Angstgestörte meist sensibler auf die frühen Warnzeichen eines Infarkts reagieren und sich entsprechend schneller Hilfe suchen.

Quelle: Fang XY et al. Clin Res Cardiol 2018; online first