Bei Augenverätzungen hilft im Notfall auch Cola

Autor: Dr. Susanne Gallus

Steht ein professionelles Spülbecken nicht zur Verfügung, müssen andere Flüssigkeiten, gegebenenfalls auch Limonaden herhalten. © fotolia/Surasak

Kommen Säure oder Lauge ins Auge und man hat weder Spüllösung noch Leitungswasser zur Hand, tut‘s im Notfall auch Limonade.

Verätzungen der Augen werden meist von Laugen verursacht. Besonders häufig sind Unfälle mit Reinigungsmitteln, Bau- und Werkstoffen, sagte Professor Dr. Dr. Thomas Fuchsluger­, Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Rostock.

Laugen verseifen die Zellmembranen und dringen dadurch schneller tief ins Gewebe ein als Säuren. Letztere limitieren sich durch die denaturierten Proteine selbst, die eine Art Barriere bilden. Das verlangsamt bzw. verhindert das weitere Vordringen (ausgenommen Flusssäure). Am wichtigsten ist, das betroffene Auge inklusive Lidfalten unmittelbar nach dem Kontakt zu spülen – im Idealfall mit einer speziellen dekontaminierenden Lösung. Als Alternative riet der Experte zu Leitungswasser. Ist auch das nicht verfügbar, müssen andere Flüssigkeiten her. Im Notfall gehe sogar ein Softdrink.

Dokumentieren, womit und wie lang man spült

Ziel ist, die Tränenflüssigkeit wieder auf einen neutralen pH-Wert zwischen 7,0 und 7,2 zu bringen. Wer sich unsicher ist, ob die Dauer bzw. Flüssigkeitsmenge ausreichend war, kontrolliert den pH wenn möglich zwischendurch. Fünf Minuten nach dem Spülen sollte man noch einmal kontrollieren. Womit und wie lange man das Auge gespült hat, ist für die nachfolgende Behandlung zu dokumentieren.

Quelle: Pressekonferenz AAD* 2019

*Augenärztliche Akademie Deutschland