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Denkstörung durch hohen Blutdruck?

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Auch schon in jungen Jahren sollte der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden. Auch schon in jungen Jahren sollte der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden. © amnaj – stock.adobe.com
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Jung und fit: Da muss man ja keinen Blutdruck messen! Falsch, denn für spätere kognitive Defizite zählt die kumulative Druckbelastung über Jahrzehnte.

Je höher der kumulierte Blutdruck liegt, umso schlechter steht es um die kognitiven Funktionen. Dabei muss nicht zwangsläufig eine Hypertonie bestehen. Das ergab die Untersuchung von 191 Menschen, die in den 1980er-Jahren für die CARDIA-­Studie rekrutiert worden waren. 30 Jahre lang wurde u.a. regelmäßig der Blutdruck gemessen. Nach diesem Zeitraum erfolgten Tests von Kognition und Gang. 144 Teilnehmer legten sich zusätzlich ins MRT. Beim Studienabschluss betrug das Durchschnittsalter 56 Jahre.

MRT zeigte mehr Läsionen in der weißen Substanz

Die kumulierte systolische Druckbelastung lag im Mittel bei 3333 mmHg x Jahre. Höhere Werte von der Jugend bis ins mittlere Alter waren letztlich mit langsamerer Gehgeschwindigkeit, kleinerer Schrittlänge und höherer Gangvariabilität assoziiert. Zudem schnitten stärker druckexponierte Personen schlechter in der kognitiven Diagnostik ab. Alle Zusammenhänge zeigten sich unabhängig von sonstigen Risikofaktoren. Zudem hing die Beziehung zwischen RR und Gangveränderungen direkt mit vermehrten Läsionen der weißen Substanz zusammen. Die Autoren folgern, dass die negativen Effekte eines erhöhten Drucks bereits im jungen Erwachsenenalter einsetzen. Also sollte man bereits dann präventive Maßnahmen ergreifen.

Quelle: Mahinrad S et al. Circulation 2020; 141: 712-724; DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.119.042502

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