DNA-Methylierungsanalyse: Welche Zervixläsionen können gefährlich werden?

Autor: Dr. Judith Lorenz

Anhand der DNA-Methylierungsanalyse lässt sich bestimmen, ob es sich um eine harmlose CIN 2 (links) handelt, oder ob daraus ein Karzinom (rechts) entstehen könnte. © wikimedia/KGH; fotolia/fotoliaxrender

Bei zervikalen Veränderungen stellt sich die Frage, ob daraus ein Karzinom wird oder sich die Läsion zurückbildet. DNA-Methylierungsanalysen können dabei helfen, aggressive Herde von ungefährlicheren zu unterscheiden.

Screeningtests auf das humane Papillomvirus (HPV) decken mehr als 95 % präkanzeröser Veränderungen auf. Doch nur wenige der höhergradigen zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN 2) schreiten zu einer CIN 3 oder einem Karzinom fort. Um diese Hochrisiko-Läsionen sicher zu identifizieren, sind bislang aufwendige zytologische Untersuchungen bzw. eine HPV-Genotypisierung notwendig.

Mit der DNA-Methylierungs­analyse steht möglicherweise bald ein molekularer Test mit ähnlich hoher diagnostischer Zuverlässigkeit zur Verfügung, sagen Darrel A. Cook vom BC Centre for Disease Control in Vancouver und seine Kollegen. Die auf dem Nachweis von HPV-DNA und einem humanen Tumorsuppressorgen basierende Methode hat das Team an 257 HPV-positiven Teilnehmerinnen getestet.

Das Ergebnis: Die Methylierungssignaturen korrelierten hochsignifikant mit dem Schweregrad der Zervixbefunde. Bezüglich der Detektion von CIN-3-Läsionen zeigte die Methode eine relative Sensitivität von 93,2 %, eine Spezifität von 41,8 % und einen positiven Vorhersagewert von 18,2 %. Damit unterschied sie sich nicht wesentlich vom etablierten Triagestandard, der Kombination aus Zytologie und HPV-Genotypisierung. Ferner wiesen alle Proben von Patientinnen mit einem vorbestehenden oder sich im Verlauf entwickelnden Karzinom bereits initial einen positiven Methylierungsbefund auf.

Risikopatientinnen leichter identifizierbar als zuvor

Mittels DNA-Methylierungsanalyse können nahezu alle HPV-positiven Frauen mit einem erhöhten Karzinomrisiko leichter als bisher identifiziert und zeitnah der weiteren kolposkopischen Diagnostik zugeführt werden, schlussfolgern die Wissenschaftler.

Quelle: Cook DA et al. Int J Cancer 2019; 144: 2587-2595