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Depressionen Fatale Komorbidität bei Multipler Sklerose

Autor: Liesa Regner-Nelke

Depressionen lassen MS-Patienten eher sterben. Depressionen lassen MS-Patienten eher sterben. © T. L. Furrer – stock.adobe.com
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Depressionen erhöhen das Risiko für eine vaskuläre Erkrankung in der Allgemeinbevölkerung um etwa 30 % und die Gefahr, vorzeitig zu sterben, um 70 %.

Ob dies auch für MS-Patienten gilt, von denen immerhin 21–24 % im Laufe ihrer Krankheit unter der affektiven Störung leiden, untersuchten Dr. Raffaele Palladino vom Imperial College of London und Kollegen in einer retro­spektiven Kohortenstudie. Eingeschlossen wurden 12.251 MS-Kranke und 72.572 gematchte Kontrollen, von denen 21 % bzw. 9 % initial Depressionen hatten.

Im Verlauf von zehn Jahren entwickelten die MS-Patienten häufiger vaskuläre Erkrankungen als die Kontrollpersonen ohne Depres­sionen. Die Inzidenzen pro 100.000 Personenjahren erreichten 0,66 in der Vergleichsgruppe, aber 1,34 und 2,44 bei MS-Kranken ohne und mit der psychischen Komorbidität. Während das 10-Jahres-Mortalitätsrisiko bei den depressiven Patienten der Kontrollgruppe „nur“ das 1,75-Fache betrug, stieg es bei MS-Kranken mit der affektiven Störung auf das 5,43-Fache.

Auch ohne die Begleiterkrankung waren MS-Patienten stärker gefährdet: Die Wahrscheinlichkeit zu sterben lag für sie 3,88-fach höher. Diese Ergebnisse verdeutlichen u.a. die Therapierelevanz von Depressionen bei MS-Patienten, so die Autoren.

Quelle: Palladino R et al. Neurology 2021; DOI: 10.1212/WNL.0000000000012610

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