Fitnesswahn: Verkalkte Koronarien durch zu viel Sport

Autor: Tobias Stolzenberg / Elisabeth Sophia Breuer

Zu viel Sport ist auch nicht gesund. © fotolia/Thaut Images

Sport ist Mord, so lautet eine Redensart. Da ist vielleicht etwas dran – zumindest bei weißen Männern, die sehr viel Sport treiben.

In der CARDIA-Studie werteten US-amerikanische Forscher die Daten von 3175 Probanden im Alter von anfangs 18 bis 30 Jahren aus. 25 Jahre lang wurden die Teilnehmer in regelmäßigen Abständen untersucht und nach ihren sportlichen Aktivitäten befragt. Am Ende zeigte ein CT-Scan, in welchem Maße sich kalziumhaltige, atherosklerotische Plaques in den Koronargefäßen gebildet hatten.

Obwohl bei Personen, die weniger als 150 Minuten Fitness pro Woche trieben, das Risiko für Hypertonie und Typ-2-Diabetes erhöht war, hatten Teilnehmer, die pro Woche mehr als sieben Stunden Sport machten, ein um 27 % höheres „Verkalkungsrisiko“. Für weiße Männer lag es sogar um 86 % höher, für weiße Frauen ergab sich eine ähnliche, wenn auch nicht signifikante Tendenz. Die Autoren vermuten, dass die hohe körperliche Aktivität zu einer Einlagerung von Kalziumsalzen in die Plaque führt, sie so stabilisiert, vor einer Ruptur schützt und potenziell zu Thrombose führt. Welche Rolle Geschlecht oder Ethnie zukommt, sei unklar. 

Quelle: Laddu DR et al. Mayo Clin Proc 2017; 92: 1660-1670