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Rheuma Frühe Manifestation behindert das Vaterwerden besonders stark

Autor: Stefanie Menzel

Wie sich herausstellte, war der Einfluss der rheumatischen Erkrankung auf die Fruchtbarkeit umso stärker, je früher sie sich manifestiert hatte. Wie sich herausstellte, war der Einfluss der rheumatischen Erkrankung auf die Fruchtbarkeit umso stärker, je früher sie sich manifestiert hatte. © iStock/peakSTOCK
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Ungewollt kinderlos? Möglicherweise stecken entzündliche Arthritiden dahinter. Je früher diagnostiziert, desto wahrscheinlicher ist es.

Erkranken Männer bereits in jungen Jahren an einer entzündlichen Gelenkerkrankung wie rheumatoide Arthritis oder Spondyloarthritis, leidet ihre Zeugungsfähigkeit. Zu diesem Schluss kommen niederländische Wissenschaftler aufgrund ihrer Studienergebnisse. Sie hatten im Rahmen der retrospektiven, multizentrischen iFAME-Fertility-Studie 628 Betroffene schriftlich befragt.

Weniger Nachwuchs als geplant

Alle Teilnehmer waren älter als 40 Jahre und hatten ihre Familienplanung bereits abgeschlossen. Sie wurden entsprechend ihres Alters bei Diagnosestellung in drei Gruppen eingeteilt:≤ 30 Jahre, 31–40 Jahre sowie ≥ 40 Jahre.

Wie sich herausstellte, war der Einfluss der rheumatischen Erkrankung auf die Fruchtbarkeit umso stärker, je früher sie sich manifestiert hatte. Dies spiegelte sich sowohl in der Anzahl gezeugter Kinder als auch im Unterschied zwischen geplanter und tatsächlicher Familiengröße wider. Bei den Jüngeren ist nicht etwa der Kinderwunsch geringer, sondern ihre Fruchtbarkeit stärker eingeschränkt, betonen die Studienautoren.

Geschätzt weisen in der Gesamtbevölkerung etwa 2 % aller Männer eine verminderte Spermienqualität auf. Dieser Befund traf auf 6,5 % der mit spätestens 30 Jahren und auf 8 % der zwischen 31 und 40 Jahren diagnostizierten Männer zu.

Immunsuppressiva als eine von mehreren Ursachen

Die Rate der ungewollt Kinderlosen lag bei ihnen mit 12 % bzw. 10 % etwa doppelt so hoch wie bei denen, deren rheumatische Erkrankung sich erst später manifestiert hatte. Als potenzielle Ursachen für die Fertilitätsstörungen nennen die Autoren krankheitstypische entzündliche Prozesse, medikamentöse Therapien mit Immunsuppressiva und psychosoziale Faktoren, darunter Angst und Depression. Viele Patienten verzichten zudem auch aus Sorge um die Gesundheit der Nachkommen ganz bewusst auf leibliche Kinder.

Quelle: Perez-Garcia LF et al. Ann Rheum Dis 2021; DOI: 10.1136/annrheumdis-2021-220709

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