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Geringe Muskelkraft verrät Diabetesrisiko

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Das Risiko für einen Typ-2-Diabetes sank mit jeder Einheit mehr an Griffkraft um etwa 50 %. Das Risiko für einen Typ-2-Diabetes sank mit jeder Einheit mehr an Griffkraft um etwa 50 %. © iStock/vgajic
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Zugegeben: In Coronazeiten kostet ein Händedruck Überwindung. Für einige Ihrer Patienten könnte er aber wertvoll sein, denn seine Kraft steht wohl im Zusammenhang mit dem Diabetesrisiko.

Eine Minderung der Muskelkraft wurde in früheren Untersuchungen bereits mit kardiovaskulären Krankheiten, Behinderungen und einem frühem Tod assoziiert. Nun prüften britische und finnische Wissenschaftler, ob es einen Zusammenhang zwischen der Kraft und dem Diabetesrisiko gibt.

Als Parameter dafür nutzten sie die Stärke des Händedrucks, die sie mittels Dynamometer an 776 stoffwechselgesunden Männern und Frauen im Alter von 60–72 Jahren über zwei Dekaden maßen. Das Risiko für einen Typ-2-Diabetes sank mit jeder Einheit mehr an Griffkraft um etwa 50 %. Die Assoziation blieb auch unter Berücksichtigung anderer gängiger Risikofaktoren bestehen und war bei Frauen stärker ausgeprägt.

Diese simple und kostengünstige Untersuchung könnte dazu beitragen, Patienten mit hohem Diabetesrisiko früh zu identifizieren, schließen die Autoren. Sie wünschen sich nun Studien, in denen getestet wird, ob sich die Gefahr durch Krafttraining senken lässt.

Quelle: Kunutsor SK et al. Ann Med 2020; 52: 471-478; DOI: 10.1080/07853890.2020.1815078


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