Hörsturz trifft auf metabolisches Syndrom

Autor: Dr. Alexandra Bischoff

Die Genesung des Hörverlustes hängt vor allem von der Zahl der Risikofaktoren ab. © fotolia/Edler von Rabenstein

Nicht jeder Patient mit einem plötzlichen Hörverlust hat schlechtere Genesungschancen, nur weil er zudem an einem metabolischen Syndrom leidet. Die Prognose hängt vielmehr von der Zahl der Risikofaktoren ab.

Ein möglicher pathogener Mechanismus, der zu einem plötzlichen sensorineuralen Hörverlust führt, ist die Mikroangiopathie. Sie spielt ebenfalls eine Rolle beim metabolischen Syndrom. Es liegt laut den WHO-Kriterien vor, wenn bei einem Patienten mindestens drei der folgenden fünf Komponenten zutreffen:

  • gestörte Glukosetoleranz und/oder Diabetes mellitus und/oder Insulinresistenz
  • erhöhte Triglyzeride
  • niedriges HDL-Cholesterol
  • Hypertonie
  • stammbetonte Fettleibigkeit

Wie es sich auf die Genesung auswirkt, wenn beides zusammenkommt, haben Forscher um Dr. Su Young­ Jung­ von der Kyung Hee University, Seoul, erstmalig in einer retrospektiven Kohortenstudie untersucht. Dazu werteten sie die Daten von 124 Patienten (70 mit metabolischem Syndrom; 54 ohne) aus.

Das Ausmaß des Hörverlustes unter metabolischem Syndrom war signifikant höher. Nach drei Monaten hatte sich das Hörvermögen bei 22,9 % der Patienten komplett erholt, aber bei 42,6 % der Kontrolle. Betroffen waren jedoch nur diejenigen, die mindestens vier Faktoren des metabolischen Syndroms aufwiesen. Personen mit weniger Komponenten erholten sich in etwa so schnell und gut wie die Kontrolle.

Quelle: Jung SY et al. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg 2018; online first