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Hypothyreose: Hormone auch bei subklinischem Mangel?

Autor: Dr. Judith Lorenz

Teils kommt es bei der Hypothyreose zu depressiven Symptomen. (Agenturfoto) Teils kommt es bei der Hypothyreose zu depressiven Symptomen. (Agenturfoto) © iStock/alvarez
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Viele Senioren leiden an einer subklinischen Hypothyreose. Depressive Symptome stellen in diesem Kollektiv eine der Hauptindikationen für eine Levothyroxintherapie dar. Bisher gab es dazu nur kleine Studien, berichten Lea Wildisen von der Universität Bern und Kollegen. Aber auch die Analyse von Daten der TRUST-Studie ergibt keine bessere Evidenz.

Das Kollektiv bildeten 427 Teilnehmer aus der Schweiz und den Niederlanden. Sie waren mindes­tens 65 Jahre alt und wiesen eine erhöhte TSH-Konzentration bei normalem freiem Thyroxin auf.

Mit Ersatzhormon zurück zur Norm

Gemäß Randomisierung wurde bei etwa der Hälfte der Senioren der TSH-Spiegel mittels Levothyroxin auf Normalwerte eingestellt. Die Kontrollen erhielten ein Placebo. Vor sowie ein Jahr nach Behandlungsbeginn ermittelten die Wissenschaftler über die Geriatric Depression Scale (GDS-15) das Ausmaß depressiver Symptome.

Nutzen bei schwerer Depression unklar

Nach zwölf Monaten war das TSH in der Verum-Gruppe von durchschnittlich 6,6 auf 3,8 mIU/l und in der Kontrolle von 6,6 auf 5,9 mIU/l gesunken. Im GDS-15-Punktwert unterschieden sich beide Arme zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht wesentlich.

Ältere Personen mit einer subklinischen Hypothyreose profitieren hinsichtlich des Risikos für depressive Störungen nicht von einer Levothyroxintherapie, lautet das Fazit der Wissenschaftler. Das Studienkollektiv umfasste allerdings vorwiegend Personen mit leichten depressiven Symptomen, geben sie zu bedenken. Ob bei schweren psychischen Belastungen möglicherweise ein Therapievorteil besteht, sei daher unklar.

Quelle: Wildisen L et al. JAMA Netw Open 2021; 4: e2036645; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2020.36645

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