Karpaltunnelsyndrom als Warnzeichen für JIA bei Kindern

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Das Karpaltunnelsyndrom ist ein seltenes, aber beachtenswertes Warnzeichen für die juvenile idiopathische Arthritis. © Aaron Amat – stock.adobe.com

Ein Karpaltunnelsyndrom kann ein erstes Zeichen einer juvenilen idiopathischen Arthritis darstellen. Wie wichtig eine frühe Therapie ist, zeigt das folgende Beispiel.

Eine 12-Jährige leidet seit vier Monaten an Kribbelparästhesien beider Hände. Außerdem hat sie immer weniger Kraft beim Schreiben. Sie kann weder Jalousien öffnen noch eine Trinkflasche aufdrehen.

Gelenk- und Nervensonographie ergeben eine Tendovaginitis an beiden Handgelenken und rechts einen präkarpalen Nervenquerdurchschnitt von 0,14 cm², was auf ein sekundäres Karpaltunnelsyndrom hindeutet. Die MRT der rechten Hand spricht für eine Polyarthritis und eine schwere Tendovaginitis aller Flexoren und Extensoren des Handgelenks.

Da die junge Patientin außerdem noch beidseits eine Gonarthritis aufweist, gehen die Ärzte von einer juvenilen idiopathische Arthritis aus und behandeln zunächst mit Naproxen, Metho­trexat und Methylprednisolon. Aufgrund des ungenügenden Ansprechens wird die Therapie um den TNF-Inhibitor Etanercept erweitert.

Deutliche Besserung unter Vierfachtherapie

Unter dieser Kombination kommt es nach sieben Monaten zu einer vollständigen Rückbildung von Parästhesien und der Arthritis. Auch die elektrophysiologischen Befunde besseren sich. Das Karpaltunnelsyndrom als initiale Präsentation der juvenilen idiopathischen Arthritis im Kindesalter ist zwar selten, sollte aber differenzialdiagnostisch in Erwägung gezogen werden, betonen die pädiatrische Rheumatologin Dr. Lissy­ Tille­ und ihre Kollegen von der Universitätsklinik Dresden in einem Posterbeitrag.

Kongressbericht: 47. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)