Kehlkopfkrebs: Zahl metastatischer Nodi relevant

Autor: Ursula Oechsner/Maria Fett

Indem man die Anzahl der Lymphknoten als primäre Komponente ins Staging einbezieht, könnte man dieses erheblich verbessern © wikimedia/Ed Uthman (CC BY-SA 2.0)

Als Prognosefaktor spielt die absolute Zahl der betroffenen Lymphknoten bei Larynx- und Hypopharynxkarzinomen eher eine untergeordnete Rolle. Onkologen plädieren jetzt für ein Umdenken.

Zum Staging von Kopf-Hals-Tumoren nach dem gängigen TNM-System zählt die Anzahl metastatischer Lymphknoten noch nicht. Wenn es nach dem onkologischen Chirurgen Professor Dr. Allen­ S. Ho­ vom Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles und seinen Kollegen geht, sollte sich das ändern. Ihrer Meinung nach verbessert sich die Prognosegenauigkeit, wenn man diesen quantitativen Faktor als primäres Kategorisierungsmerkmal in Betracht zieht.

Jeder befallene Knoten erhöht die Sterberate um 19 %

Um der Frage nachzugehen, welchen unabhängigen Beitrag die Anzahl betroffener Knoten auf die Vorhersage der Überlebenswahrscheinlichkeit leistet, analysierten die Wissenschaftler Daten von 8351 Personen nach Neck-Dissection. Dabei entdeckten sie ein kontinuierlich ansteigendes Mortalitätsrisiko, je mehr befallene Lymphknoten die Patienten aufwiesen. Jeder einzelne Knoten, bis zu einem Maximum von fünf, erhöhte die Sterberate um 19 %. Mit jedem zusätzlichen Befall stieg das Risiko um ein weiteres Prozent. Für beide Tumor­arten glichen sich die Ergebnisse.

Was die Autoren zudem überraschte, war die Tatsache, dass Faktoren wie Größe und Lateralität – wie man sie standardmäßig im TNM-System erhebt – nicht mit der Mortalität assoziiert waren. Einzig das extranodale Wachstum zeigte einen unabhängigen Beitrag auf die Vorhersagegenauigkeit (Hazard Ratio: 1,34).

Indem man also die Anzahl metastatischer Knoten als primäre Komponente ins Staging einbezieht, könnte man dieses nach Ansicht der Onkologen erheblich verbessern und zudem Patienten gezielter identifizieren, die von einer adjuvanten Therapie profitieren.

Quelle: Ho AS et al. J Clin Oncol 2017; 35: 3601-3609