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Koloskopie: Kein Zusatznutzen durch kürzere Intervalle

Autor: Kathrin Strobel

Die aktuelle Empfehlung eines Zehn-Jahres-Abstands zwischen zwei Spiegelungen scheint angemessen. Die aktuelle Empfehlung eines Zehn-Jahres-Abstands zwischen zwei Spiegelungen scheint angemessen. © iStock/Elena KHarchenko
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Für das Intervall zwischen zwei Koloskopien für das Darmkrebsscreening wird in der Regel ein Zeitraum von zehn Jahren empfohlen. Wissenschaftliche Evidenz gab es dafür bislang kaum. Nun haben sich Heidelberger Kollegen des Themas angenommen und die Empfehlung kritisch beleuchtet.

Für Personen mit einem durchschnittlichen Risiko für kolorektale Karzinome gilt: Verläuft eine Darmspiegelung ohne Befund, ist die nächste erst in zehn Jahren fällig. Als Basis dieser Empfehlung dienten bislang v.a. Daten aus Krebsregistern, erklären Thomas Heisser und Kollegen vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. In einer Metaanalyse von 28 Studien haben sie nun erstmals untersucht, wie oft und wann relevante Befunde im Rahmen einer Folgekoloskopie entdeckt wurden.

Jegliche Neoplasien waren bei 20,7 % der Patienten aufgetreten, die 1–5 Jahre nach der ersten Spiegelung erneut untersucht worden waren. Lagen 5–10 Jahre dazwischen, fand sich bei 23,0 % eine Neubildung und nach über zehn Jahren bei 21,9 %. Da nicht-fortgeschrittene Läsionen oft ein sehr niedriges malignes Potenzial haben, halten die Autoren die aktuelle Empfehlung eines Zehn-Jahres-Abstands zwischen zwei Spiegelungen für angemessen. 

Quelle: Heisser T et al. BMJ 2019; 367: l6109; DOI: 10.1136/bmj.l6109


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