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Diabetes Low carb, low risk

Autor: Dr. Elke Ruchalla

Eine kohlenhydratarme Ernährung zahlt sich für Diabetiker aus. Eine kohlenhydratarme Ernährung zahlt sich für Diabetiker aus. © iStock/Aja Koska
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Schon lange gibt es Hinweise darauf, dass sich eine kohlenhydratarme Ernährung bei Diabetikern bezahlt macht. Eine aktuelle Metaanalyse bestätigt das.

Bei Diabetespatienten rät der Arzt unter anderem zu einer Veränderung der Ernährung. Aber wie sieht die am besten aus? ­Laura Chiavaroli­ vom Department of Nutritional Sciences der Temerty Faculty of Medicine an der Universität Toronto und ihre Kollegen haben nun in einer systematischen Übersicht Ernährungsformen mit unterschiedlichem glykämischem Index bzw. glykämischer Last der Kohlenhydrate (KH) näher betrachtet. Der Index bezeichnet den Anstieg der Blutglukosekonzentration nach Aufnahme des jeweiligen KH, die Last berücksichtigt im Gegensatz zum Index auch die Menge der täglich gegessenen Kohlenhydrate.

Die Wissenschaftler durchsuchten die einschlägige Literatur und fanden insgesamt 29 randomisierte Studien mit 1.617 Patienten, die bei erwachsenen Patienten, vorwiegend mit Diabetes Typ 2, zwei Ernährungsformen verglichen hatten: Die eine wies einen geringen GI bzw. eine geringe GL auf (Interventionsgruppe, GI im Mittel 49), die andere zeigte eher mittlere Werte (GI 63). Der mittlere HbA1c lag bei 7,7 %. Die meisten Kranken erhielten blutzuckersenkende Medikamente und/oder Insulin.

Nach im Median zwölf Wochen fanden die Wissenschaftler in den Interventionsgruppen eine mittlere Differenz im HbA1c-Abfall von -0,31 % zwischen Interventions- und Kontrollgruppe. Der Effekt fiel umso größer aus, je höher der Anfangs-HbA1c-Wert war.

Nebenwirkungen wurden nur in wenigen Studien erwähnt

Positiv wirkte sich die kohlenhydratarme Ernährung auch auf klassische kardiovaskuläre Risikofaktoren wie LDL-Cholesterin, Triglyzeride und BMI aus, außerdem auf das CRP. Insulinkonzentration, HDL-Cholesterin, Taillenumfang und Blutdruck blieben dagegen unverändert.

Nebenwirkungen wurden überhaupt nur in vier Studien erwähnt. Im Wesentlichen handelte es sich um abdominelle Beschwerden wie Blähungen oder Diarrhöen, möglicherweise durch den höheren Ballaststof­f­gehalt­ der Interventions­diäten.

Quelle: Chiavaroli L et al. BMJ 2021; 374: n1651; DOI: 10.1136/bmj.n1651

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