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Lungenembolie: Inzidenz nimmt im Sommer ab

Autor: Dr. Irene Seipelt

Über das gesamte Patientenkollektiv gesehen traten Lungenembolien im Winter am häufigsten auf. (Agenturfoto) Über das gesamte Patientenkollektiv gesehen traten Lungenembolien im Winter am häufigsten auf. (Agenturfoto) © wikipedia/James Heilman, MD; wikipedia/Bernd Brägelmann Braegel
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Das Risiko, eine Lungenembolie zu entwickeln, ist für Männer im Frühjahr am niedrigsten. Das ist eines der Ergebnisse einer aktuellen Studie aus Deutschland.

Welchen Einfluss haben die Jahreszeiten auf das Auftreten von Lungenembolien? Und spielen Geschlecht oder Alter dabei eine Rolle? Diesen Fragen sind Privatdozent Dr. Karsten Keller vom Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz und Kollegen nachgegangen.

Sie haben die Daten von 885 806 Patienten aus Deutschland analysiert, die im Zeitraum von 2005 bis 2015 aufgrund einer Lungenembolie stationär aufgenommen worden waren. 147 234 (16,6 %) von ihnen waren im Krankenhaus gestorben.

Die Inzidenz und die Krankenhausmortalität unterschieden sich je nach Jahreszeit – und das zum Teil deutlich. Über das gesamte Patientenkollektiv gesehen traten Lungenembolien im Winter am häufigsten auf, im Sommer am seltensten. Bei älteren Patienten erschienen die saisonalen Unterschiede besonders ausgeprägt. Auch einen Geschlechterunterschied fanden die Forscher: Während Männer am seltensten im Frühjahr wegen einer Lungenembolie ins Krankenhaus kamen, lag die Inzidenz bei Frauen im Sommer am niedrigsten.

Keine Daten zu Herz-Kreislauf-Parametern

Das Risiko im Krankenhaus zu sterben war für die Lungenemboliepatienten ebenfalls im Winter höher als während der Sommermonate – wenn auch nur geringfügig. Geschlecht, Alter und Komorbiditäten hatten keinen Einfluss hierauf.

Die Daten, derer sich die Kollegen für ihre Studie bedient haben, basieren auf den von den jeweiligen Krankenhäusern dokumentierten ICD-Codes. Das stellt eine potenzielle Fehlerquelle dar, da ggf. nicht alle Fälle korrekt erfasst wurden, räumen die Autoren ein. Zudem lagen keine weiteren Informationen zu den Patienten vor, wie echokardiographische Parameter oder Blutwerte. Aus diesem Grund konzentrierten sich die Kollegen in ihrer Analyse hauptsächlich auf die Krankenhausmortalität.

Quelle: Keller K et al. ERJ Open Res 2020; 6: 00181-2020; DOI: 10.1183/23120541.00181-2020


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