Lungenkrebs: Prophylaktisch auch das Hirn bestrahlen

Autor: Dr. Elke Ruchalla

Im Verlauf des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms kommt es oft zusätzlich zu Hirnmetastasen. © iStock/Mark Kostich

Mehr als die Hälfte aller Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom entwickelt im Verlauf Hirnmetastasen. Eine prophylaktische Radiatio des Gehirns kann dem vorbeugen. Das krankheitsfreie Überleben verlängert sich.

In einer randomisierten Studie erhielten 340 Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom im Stadium III nach Behandlung des Primärtumors entweder eine prophylaktische Ganzhirnbestrahlung mit insgesamt 30 Gy oder sie wurden ausschließlich beobachtet. Die Langzeitdaten wurden nun von Dr. Alexander Sun vom Princess Margaret Cancer Centre in Toronto und seinen Kollegen veröffentlicht.

Nach im Schnitt etwas über zwei Jahren zeigte die prophylaktisch bestrahlte Gruppe nur tendenziell ein etwas längeres Gesamtüberleben (2,4 vs. 2,1 Jahre). Das krankheitsfreie Überleben war dagegen signifikant länger und das Risiko, eine Hirnmetastase zu entwickeln, mehr als halbiert – wobei beide Parameter nur sekundäre Endpunkte darstellten.

Geplante Zahl an Teilnehmern verfehlt

Subgruppenanalysen sprachen dafür, dass Patienten, deren Primärtumor nur bestrahlt worden war, nach der Schädelradiatio bei allen Werten deutlicher profitierten als die Operierten. Die Wissenschaftler wollen ihre Daten allerdings mit einer gewissen Vorsicht interpretiert sehen. Die vorab geplante Zahl von Studienteilnehmern wurde bei Weitem nicht erreicht, sodass die Aussagekraft der Daten eingeschränkt ist.

Quelle: Sun A et al. JAMA Oncol 2019; online first