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Lymphknotenschwellung nach Coronaimpfung kann Patienten beunruhigen

Autor: Kathrin Strobel

Lymphknotenschwellungen sind in der Regel eine unbedenkliche Immunreaktion auf die Coronaimpfung. Lymphknotenschwellungen sind in der Regel eine unbedenkliche Immunreaktion auf die Coronaimpfung. © MT
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Wenn nach der Coronaimpfung Lymphknoten anschwellen, kann das Patienten verunsichern. Meist handelt es sich dabei aber um eine harmlose Immunreaktion.

Dass es nach einer Impfung zu einer Lymphadenopathie kommen kann, ist zwar bekannt. Allerdings tritt diese Immunreaktion bei herkömmlichen Impfstoffen relativ selten auf. Jetzt, wo mehr und mehr Menschen mRNA-Vakzinen gegen SARS-CoV-2 erhalten, häufen sich die Meldungen von Lymphknotenschwellungen im zeitlichen Zusammenhang mit dem schützenden Piks. Die Reaktionen treten in der Regel axillär oder subklavikulär auf der Körperseite des Injektionsarms auf. 

In den klinischen Studien zum Moderna-Impfstoff berichteten 11,6 % der Patienten nach Dosis 1 und 16,0 % nach Dosis 2 von einer Schwellung oder Druckempfindlichkeit der axillären Lymphknoten (vs. 5 % bzw. 4,3 % in der Placebogruppe).1 Auch in den BioNTech-Studien wurden entsprechende Reaktionen deutlich häufiger in der Verum- als in der Placebogruppe gemeldet.

Schwellung kann bis zu 30 Tage anhalten

Im März stellte eine spanische Arbeitsgruppe eine Fallserie von 20 Patientinnen vor, die nach der Erst- (6 Patientinnen) oder Zweit­impfung (14 Patientinnen) mit der BioNTech- oder der Moderna-Vakzine eine subklavikuläre Lymph­adenopathie entwickelten.2 Die Zeit zwischen Piks und Lymphknotenschwellung betrug 1–24 Tage. In den meisten Fällen hatte sich der Befund nach einigen Tagen normalisiert. Bei manchen Patientinnen ging die Schwellung jedoch erst nach etwa 30 Tagen zurück.

Die Radiologin Dr. Wendy­ Tu von der Harvard Medical School in Boston und ihre Kollegen fordern, Patienten im Vorfeld der Impfung umfassend über das Risiko einer impfstoffinduzierten Lymphadenopathie aufzuklären – zumal diese fälschlicherweise für ein Zeichen von Malignität gehalten werden und unnötige Ängste bei den Betroffenen schüren kann. Im Regelfall handle es sich bei den Schwellungen um harmlose Immunreaktionen, die keiner Behandlung bedürfen. Behandelnde Ärzte und insbesondere Radiologen sollten Patienten mit entsprechenden Lymphknotenveränderungen nach einer eventuell zurückliegenden Corona­impfung fragen. Sofern kein dringender Malignitätsverdacht besteht und ein Zusammenhang mit der Immunisierung wahrscheinlich ist, kann auf eine Biopsie in der Regel verzichtet werden.

Bei Krebspatienten empfiehlt es sich, notwendige Kontrolluntersuchungen vor der ersten Impfung oder vier bis sechs Wochen nach der Zweitimpfung anzuberaumen. Dazu rät zum Beispiel die Society of Breast Imaging. Alternativ kann die Injektion auf der kontralateralen Seite des Primärtumors erfolgen.

Quellen:
1. Tu W et al. Radiol Imaging Cancer 2021; 3: e210038; DOI: 10.1148/rycan.2021210038
2. Fernández-Prada M et al. Euro Surveill 2021; 26: 2100193; DOI: 10.2807/1560-7917.ES.2021.26.10.2100193

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